Familiengeschichten
Humor bleibt Humor. Man hat ihn, oder einen anderen. Zur Ästhetik des Stückes bleibt, so kann ich im Rückblick sagen, für mich: simple Metaphorik, Ironie, ein schnelles sich überschlagendes Spielkonzept, was zu Familiengeschichten führte die im Tod des Patriarchats gipfelten. Wir essen den Vater. Gut, dachte ich mir. Mahlzeit. Das Bühnenbild, ein Gerüst, Symbol für ein Haus, alle unter einem Dach, alle bunt und doch alle deutsch. Das Migrantenfähnchen hätte noch gefehlt. Die Gruppe spielt mit Vorurteilen, machen sich über sie lustig. Das Publikum wird provoziert den eigentlichen Humor zu überdenken. Und die Vorurteile. Es funktionierte. Kritik: insofern die Vorurteile noch realistisch waren, inwieweit sie wirklich Vorurteile sind, hat niemand gezeigt. Auch hier ist natürlich meine eigene Erfahrungswelt entscheidend. Das bin ich wohl doch ein sehr toleranter und überwiegend Vorurteilsfreier Theaterbesucher. Der Funke Wahrheit, in jeder Lügengeschichte, kam nicht zum Vorschein. Das Familienstrukturen sehr gut vom Patriarchat dominiert sein können, war nicht im Ziel der Spieler. Interessiert hätte mich die Erfahrungen und Erlebnisse der Spieler dann doch, aber das wollte sie mir dann doch nicht verraten. Ein ausgelassener, leicht verdaulicher Theaterabend.
Mehr Stimmen zum Stück von der FZ: LINKLINKLINK
Anne Frank und Ich.
Die Münster Mädels haben ja schon einiges an Feedback bekommen. Zur Ästhetik des Stückes fallen mir einige Dinge auf: Der Raum, der teilweise Funktionierte, die Micro’s und eine gesamt erzeugte Atmosphäre der Intimität. Ein Tagebuchspiel, wurde für mich ein Spiel der leisen Töne. Blenden wir die Musik aus, blenden wir Erinnerungen ein, finden wir, die Anne in uns.
Meine Hypothese ist: Ich habe nicht studiert, habe keine Ahnung von dies und das und schreibe ein Stück. Es wird strotzen vor Naivität, es wird zerrissen von den Wölfen, aber es ist von mir. Ich bekomme Hilfe, von den Großen, die sagen hier und da und mach und tu und wollen helfen. Und ich spiele, das was ich schrieb und habe Freude daran.
Und ich hab’s gesehen, euer Stück, hab meine Naivität gefunden in euch, habe mich den Erinnerungen hingegeben und einfach genossen. Natürlich kann man Blumen pflücken und in eine (Designer)Vase stellen, nennen wir sie mal Bühne, aber ich kann mich auch auf die Wiese werfen und sie von dort bewundern.

0 Antworten bis jetzt ↓
Es gibt keine Kommentare. Bis jetzt...
Hinterlasse ein Kommentar