KeinDrama so ein Theater...
16. Dez. 2009

Could this be heaven for everyone? – von Linda

16. Dezember 2009 · von Linda · 1 Kommentar

Jetzt hat es doch wieder einer versucht: irgendwelche Marginalisierten hinter der Fassade eines Plattenbaus hervorzuziehen und zu schauen, wer da wieder Weinstöcke aufstocken will und das Maxim Gorki Theater anbohren und dann doch wieder nicht. – weil: das wäre ja auch schade drum. Aber dass diejenigen, die keine Stimme haben, irgendwie auch keine kriegen, wenn super ausgebildete Schauspieler_innen sie auf der Bühne nachmachen, hatten wir ja eigentlich schon. Das ist quasi eine doppelte Ersetzung, weil die ja noch mehr verschwinden hinter ‚I come over to the USA my darling’ Fritzi H., die wirklich lustig war, was aber fast nichts hilft, wenn sie dann doch das Elend der Welt auf sich rauf projiziert kriegt . Und obwohl, oder gerade weil sie so hübsch ist, hat sie die Sache mal wieder fast in Unterwäsche absolvieren müssen, was ja eine gewisse Anklage enthält, aber noch viel mehr Reproduktion von genau der Marginalisierung, die man damit nicht angeht . Und dann werden wieder irgendwelche Physikerinnen, die als erste die Kernspaltung sichtbar gemacht haben in Unterwäsche sichtbar gemacht, von einem Regiesseur, der sich offensichtlich mit ostdeutschen, männlichen Normalbiographien befasst. (Das sind Leute mit großen Säcken voller Plasikflaschen) Komisch, denn von uns kamen ja an diesem Abend 95 Prozent aus Schwerin und die einzige, die eine Plastikflasche dabei hatte, war ich und ich komme aus Hessen. Heaven – war es natürlich trotzdem ein bisschen, weil wir zusammen im Theater waren und alle danach irgendwie eine Meinung an hatten. Die wir vorher vielleicht nicht hatten.

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Kategorie: Bericht·

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1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 keinHamlet // Jan 23, 2010 um 19:46 Uhr

    Zitat aus dem Programmheft:

    [...]Wie Tristan erst in Isoldes Armen Ruhe und den Tod findet, wird Anders RĂĽckkehr nach Wolfen zum tragischen Endpunkt. Simone hat ihren Burder an die “RABEN” verloren. Wie ein “Höllenhund” geistert die Figur des Raben durch das Drama. Er deutet auf die Gefährdung, die den scheinbar leeren Landschaften Ostdeutschland bevorsteht. Sie werden besetzt von den “Aasfressern” einer, durch historische BrĂĽche ĂĽber Generationen desillusionierten, in der Mehrzahl männlichen Verliererjugend. Simones zwöljähriger Bruder Micha wird von seinen Kumpels mit Baseballschlägern erschlagen.[...]

    Zitat Ende.

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