Weil Woyzeck schon ausverkauft war, musste ich in ein anderes Stück und weil ich fast allein da war, saß ich nicht in der zweiten, sondern in der ersten Loge des DT. Von da oben konnte ich die ganze Drehbühne sehen, und weil sie so oft gedreht wurde, konnte ich sie auch von allen Seiten sehen. Nur das goldene Glitzerteil, um das es ging, konnte ich nicht sehen, weil alles auf der Bühne so staubig war. Aber das war schon ok – soviel Abstraktion ist drin. Is that really you? Die Frage stand irgendwie gleich im Raum und auch: bist du der/die Richtige für mich und für immer und natürlich nicht, Medea ist ja halt auch einfach eine anstrengende Frau. Der Ehekrieg, aus dem beide Parteien + Anhang am Ende als Verlierer hervor gehen, war dann gar nicht mehr abstrakt sondern eher so, dass alle Scheidungskinder im Publikum dachten: kenn ich, will ich anders machen. Und weil auf der Bühne langsam die Formsprache in den staubigen Rest überging, hab ich mich dann zu meinem Sitznachbarn umgedreht, mit dem ich es anders machen möchte, und mich gefragt: Is that really you? Auf dem Nachhauseweg habe ich das dann lieber theatertheoretisch gewendet: also, ist doch lustig, wenn ein Schauspieler auf der Bühne den anderen fragt: Is that really you? Weil: wer ist denn you und wer ist denn real im Theater…Aber bewegt hat mich natürlich was anderes. Das Goldene Vließ – es fängt nicht grad mit L an aber ie kommt trotzdem vor.
Zum letzten Mal am 25 Februar.

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