Noch ist das Blatt leer. Gedanken, an einen Abend in der Box vom DT, an 3 Schauspieler, die einem Text leben gaben, füllen langsam meinen Kopf. Viel könnte ich schreiben, wenig werde ich, so viel steht fest.
Zeit, Muße und Gedanken an andere Dinge sind in meinem Kopf. Das Highlight, war Ole Lagerpusch, der mich auch als Jago schon fesselte. Ihm gelang es wieder mich zu begeistern und mit hinein zu nehmen in Gefühle und traurige Geschichten.
Die Handlung von Thomas Freyers Stück “Amoklauf mein Kinderspiel” war mir bekannt. Beim TTJ 09 durfte ich mich schon einmal schocken lassen. “Man darf sich nicht beklagen, man lebt.” ist bis heute in meinem Ohr. Jetzt wieder präsenter. Gravierende Unterschiede sind natürlich, das alter der Darsteller und das Inszenierung “Konzept” gewesen. Drei Schauspieler, geschliffener, exakter Text, der einem Schauer auf den Rücken jagte… Bedrohung, die sich durch explodierende Äpfel, fliegende Ordner und Strichmännchenprojektionen herstellte. Die nummerierten Gewaltgeschichten führten zum unbarmherzige Todeslauf, wobei weniger Kausalität relevant war, sondern sich eher das Gefühl des Auswegslosigkeit und Benommenheit herstellte. Die Frage nach dem „warum“ ist immer da, schnell finden wir viele Schuldige, viele Antworten, aber wir bleiben dann dabei stehen und gehen weiter, ohne etwas zu verändern. Dieses Stück bricht ein unheilvolles Schweigen und kann der Auftakt einer gesellschaftlichen Diskussion sein.
Leider habe ich das Gefühl, es ist in unserer medialisierte Welt, oft jeder zu eingenommen sich noch zu unterhalten, oder wir fühlen uns den Gegebenheiten gegenüber machtlos. (“Man darf sich nicht beklagen, man lebt.”)
Wo sollen wir den Hebel ansetzen?
Amoklauf mein Kinderspiel – DT Box
9. April 2010 · von keinHamlet · Keine Kommentare
Tags: Amoklauf mein Kinderspiel, Deutsches Theater, Thomas Freyer
Kategorie: Bericht·

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