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	<title>KeinDrama &#187; Bericht</title>
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	<description>Es gibt kein Leben neben Theater.</description>
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		<title>Besuch in der Heimat &#8211; Unser Haus</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 23:22:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[TaGGS]]></category>
		<category><![CDATA[Theater in der Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[„I will live forever“ dröhnt es an mein Ohr. Ich sitze in einem Raum mit nackten Betonwänden, auf einem Campingstuhl, um mich herum tanzen ausgelassen junge Menschen. Die Wände sind mit vielen Farben beschmiert, ergeben ein bizarres Bild im Licht des Scheinwerfers.
Farbe, Räume, Geschichten gehen mir durch den Kopf. Kopfkino.
„I will live forever…“ und ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„I will live forever“ dröhnt es an mein Ohr. Ich sitze in einem Raum mit nackten Betonwänden, auf einem Campingstuhl, um mich herum tanzen ausgelassen junge Menschen. Die Wände sind mit vielen Farben beschmiert, ergeben ein bizarres Bild im Licht des Scheinwerfers.</p>
<p>Farbe, Räume, Geschichten gehen mir durch den Kopf. Kopfkino.<br />
„I will live forever…“ und ich spüre wie dieser Ort seinem Ende entgegensieht. Ich weiß um seinen Abriss. Es war sein letzter großer Auftritt. Game Over.</p>
<p>Wie beginnt man eine Geschichte, deren Anfang und Ende man nicht kennt?<br />
Ich bin einer Einladung gefolgt: <a href="http://www.taggs-schwerin.de/?p=352">Theatergruppe hat Haus, aus Dornröschenschlaf geweckt.</a><br />
Der Plattenbau wird abgerissen werden, aber vorher wollen Schüler das Haus besetzen und seine und ihre Geschichten erzählen.<br />
Es ist 18:50Uhr und während ich aus dem Auto steige, sehe ich schon eine Ansammlung von Menschen vor einem großen kastenförmigen Betongebäude. Mitten in einem sozial schwachen Plattenbaugebiet. Leer stehende Blocks, die Nachbarn sind ein Obdachlosenheim und Carisatt.</p>
<p>Man kennt die Geschichte dieses Bezirks und bringt seine eigenen Gedanken mit. Hier rechnet man mit erschütternden Geschichten sozial schwacher Randgruppen. Was könnte mir sonst so ein Haus erzählen?<br />
Hier war bis vor 20 Jahren ein Zuzugsgebiet, ein Arbeiterwohnheim, vor allem für Vertragsarbeiter aus Vietnam, dann für Asylbewerber und Spätaussiedler, ein Übergangsquartier für alle möglichen Menschen in Übergangssituationen, schließlich auch ein muslimisches Zentrum und seit 7 Jahren &#8211; nichts. Ein Plattenbau -gebaut mit großen Ambitionen des DDR-Staates. „Wohnen am Park“ und „positive Sozialprognose“ haben dieses Projekt begleitet. Der Abriss ist für August 2010 geplant. Wenn Geld dafür da ist.<br />
Ich begebe mich unter die Leute, sehe bekannte Gesichter, schließe mich einer Gruppe (Familie) von Besuchern an, erwerbe ein Programmheft und warte.</p>
<p>Noch vor dem HAUS sehen wir die grauen Wände, die Farbe, die abbröckelt, und die Spieler beginnen ihr Spiel. Ein Spiel mit dem Klischee, mit der Fantasie, mit Vorurteilen und bitterbösem Humor, der betroffen und nachdenklich macht. Der unsere Sicht auf Menschen und Stadtteile, sei es Berlin-Marzahn oder Schwerin-Großer Dreesch, hinterfragt. Da krepiert der Lacher im Hals, da verschluckt man sich an der Realität. Trotzdem kommt keine Moral, sondern ich bleibe bei mir und bin Zuschauer.<br />
Hier werden einmal meine Erwartungen gebrochen, damit ich mich einlassen kann auf das Filigrane, auf das Wirkliche, das Eigentliche, das Persönliche.<br />
Es beginnt ein Rundgang, eine Führung, von Wohnung zu Wohnung, von Raum zu Raum, von Geschichte zu Geschichte, von Beobachtung zu Beobachtung, von Gedanke zu Gedanke, von Traum zu (Alp)Traum. 2 Etagen, 5 Abteilungen, 29 Räume, 4 Ausstellungen, 33 Spieler.</p>
<p>Die folgende Stunde ist wie Kaninchenbau, ist Wunderland, ist Kindheit, ist Suche. Das weiße Kaninchen hat grüne Fußabdrücke, die Grinsekatze eine Trillerpfeife. Ich bin Alice und folge Treppe rauf und runter, durch scheinbar endlose Flure.</p>
<p>Es geht ums Wohnen, ums Leben, um Zukunft. Es geht um Schönheit, um Träume, um Glauben, um Liebe, um Ängste… dieses Haus ist ein Museum geworden, ein Fundort persönlicher Geheimnisse und Gedanken. Manche so leise geflüstert, dass sie im Stimmengewirr untergehen, manche an die Wand geschlagen, geschrieben. Sie sind allgegenwärtig. Ich verlasse keinen Raum, wie ich ihn betreten habe. Dieses Haus lebt, für einige Minuten, voller Stimmen, voller Menschen, voller Erinnerungen einer alten und den Träumen einer neuen Generation. Ich lese Wände wie Tagebücher, sehe Parolen und bekomme eine Ahnung von Geschichte. Es ist so vielseitig wie einzigartig, so persönlich wie künstlerisch. Die Räume erzählen, die Spieler erzählen und gemischt mit meinen Gedanken, ergibt es einen Sog, in dem sich viele Bilder vermischen und doch einzeln gesehen werden. Ein einzigartiges Theatererlebnis, wo ich mit wenigen Menschen in einem dunklen Raum, ohne Fenster und mit 8 Türen, stehe und ein Spieler rennend an den Türen rüttelt, den Ausgang sucht und die Frage nach dem „Woher? Wohin?“ stellt.</p>
<p>Es begleiten mich Beklemmung, Trostlosigkeit, so wie mich Ideen und Räume beschäftigen, ich über Träume schmunzeln und über Geschichten staunen muss.</p>
<p>Und wie Alice verlasse werde ich das Wunderland… ohne alles gesehen zu haben. Aber wie Alice nehme ich etwas nach Hause mit und bin mir sicher, dieser Abend „will live forever“.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/56541311@N00/sets/72157624233613972/">ein paar Bilder hier&#8230;</a><br />
<a href="http://taggs-schwerin.de"> Mehr unter: taggs-schwerin.de</a></p>
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		<title>Schlossfestspiele und junge Bühne Blog</title>
		<link>http://keindrama.net/2010/06/04/schlossfestspiele-und-junge-buhne-blog/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 22:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[junge bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Schlossfestspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche noch beim ttj getippt, kann ich diese Woche mich wieder ganz dem lesen und beobachten widmen. Seit einer Weile habe ich den Blog der Zeitschrift: „Jungenbühne“  im Feed Reader. Unter „Block&#8217;n'Roll“ ist ein Link zu finden. Jetzt gerade wird eine ganz interessante Reihe über die Schweriner Schlossfestspiele gebracht. Junge engagierte Blogger, da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche noch <a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/">beim ttj getippt</a>, kann ich diese Woche mich wieder ganz dem lesen und beobachten widmen. Seit einer Weile habe ich den Blog der Zeitschrift: „Jungenbühne“  im Feed Reader. Unter „Block&#8217;n'Roll“ ist ein Link zu finden. Jetzt gerade wird eine ganz interessante Reihe über<a href="http://www.die-junge-buehne.de/blog/?cat=235"> die Schweriner Schlossfestspiele</a> gebracht. Junge engagierte Blogger, da muss jetzt hier einfach mal Werbung gemacht werden. Frohes stöbern.</p>
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		<title>12. Lange Buchnacht in der Oranienstraße</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 22:33:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Auftritt]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
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		<description><![CDATA[Ja, Berlin steht auf lange Nächte. Und ganz besonders eben auf lange Kulturnächte.
Schon zum 12. Mal widmeten Kreuzberger Buchhändler und Gastwirte eine ganze Nacht den Autoren, Kulturschaffenden der Welt &#8211; na ja, zumindest Deutschlands &#8211; und natürlich vor allem: dem Publikum. So konnte man am 8. Mai 2010 von 14.00-01.00 Uhr mit freiem Eintritt an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, Berlin steht auf lange Nächte. Und ganz besonders eben auf lange Kulturnächte.</p>
<p>Schon zum 12. Mal widmeten Kreuzberger Buchhändler und Gastwirte eine ganze Nacht den Autoren, Kulturschaffenden der Welt &#8211; na ja, zumindest Deutschlands &#8211; und natürlich vor allem: dem Publikum. So konnte man am <strong>8. Mai 2010</strong> von 14.00-01.00 Uhr mit freiem Eintritt an rund 50 Orten diverse Lesungen, Präsentationen, Vorträge; Kulturveranstaltungen erleben, und dabei gleich das Kreuzberg rund um das Kottbusser Tor ein wenig näher kennen lernen. Denn die Orte waren vielfältig: von sämtlichen Kneipen und Bars in der Oranienstraße und unmittelbarer Umgebung, über Eiscafés und Kindergärten, Bibliotheken und Bücherläden, Feuerwehrwagen und Kino bis hin zum Kreuzberg Museum und dem legendären SO 36 beteiligte sich wohl jeder Ort rund um die Oraninestraße, der auch nur annähernd Platz für ein Publikum bieten <em>könnte</em>. So vielfältig wie die Veranstaltungsorte waren dann auch die Veranstaltungen selbst: Es gab Musik und Film, Büchertausch und Bildpräsentationen, es lasen Autoren und auch ganze Lesebühnen, Lyrik, Szenen, Geschichten, es wurde geslamt und gesungen, gezeigt und gefragt, signiert und gekauft. Man konnte viel Neues entdecken auf dieser langen Buchnacht, aber auch altbekannte Gesichter endlich mal wieder live sehen.</p>
<p>Aber &#8211; man musste zusammenrücken in dieser Nacht, mehr als einmal, denn nicht jede Kreuzberger Bar hat Platz für mehr als fünfzig Gäste, auch nicht jeder Buchladen, und nicht immer reichte der Blick durch die Fensterscheibe. Trotzdem blieb man manchmal draußen stehen, um eben doch etwas hören zu können, oder man stand zwischen Kuchenvitrine und Toilette, aber oft musste man auch einfach einen geplanten Programmpunkt von der Liste streichen, weil es absolut kein Reinkommen mehr gab. Dann hieß es: Spontan Sein und Weiterziehen. Und nichts fiel einem leichter auf dieser Buchnacht als dies, denn letztendlich gehörte auch dieses Weiterziehen, Umschwenken, Reinquetschen, Durch-Türen-Hören zu den Dingen, die dieser langen Nacht ihren ganz besonderen Charme verliehen. Diesen familiären Rumpel-Charme, durch den sich niemand ausgeschlossen fühlt &#8211; auch wenn man manchmal einfach nicht mehr reingepasst hat. Es ist vor allem genau dieser Charme, dieses besondere Gemeinschaftsgefühl mit Entdecker-und-Erlebnis-Hauch, der die <strong>12. Lange Buchnacht in der Oranienstraße</strong> dann von anderen langen Nächten Berlins unterscheidet &#8211; und so sympathisch macht.</p>
<p>Vielleicht ist Charme auch das falsche Wort, vielleicht sollte man eher von einer ganz besonderen Magie sprechen, die dieser Abend hatte, eine Magie, die zum Beispiel im <strong>eis36</strong> (Adalbertstraße 96) zu spüren war. Das Eiscafé regte mit seiner Aktion &#8220;My book ist your book and your book is mine!&#8221; zu einem ganz besonderen Büchertausch an. Mybook anstelle von myspace. Da saß ein runzliger Flamenco-Gitarren-Opa unter einer Troddel-Stehlampe und spielte und sang, und wenn er nicht sang, dann rezitierte der Runzel-Opa neben ihm spanische Texte zu der Flamenco-Musik, während man seine alten oder ungeliebten oder doppelt vorhandenen Bücher gegen neue Schätze tauschte. Schätze in allen möglichen Sprachen zu allen denkbaren Themen. Wenn das nicht magisch ist.</p>
<p>Wo wir schon bei 36 sind: Ein besondere Zufluchtsort wurde an diesem Abend übrigens das <strong>SO36 </strong>(Oranienstraße 190), das ob seiner Größe jeden Woanders-nicht-Reingekommenen noch aufnehmen konnte und mit seinem Fast-Ohne-Pausen-Programm auch einiges zu bieten hatte. So las dort zum Beispiel <strong><a href="http://www.verbrecherverlag.de/autor/62">Knud Kohr</a></strong> aus seinem Roman <em>In Cuxhaven</em>, in denen Geschichten von Zahnspangendosen klauenden Jungs und Eierlikör trinkenden Tanten erzählt werden, Geschichten von Kindheit, von alten Versprechen, Heimkehr und natürlich auch von der Liebe, und das alles in manchmal komischen, manchmal ernsten Ton, aber immer wunderbar leicht und sehr unterhaltsam.</p>
<p>Auch unterhaltsam, aber weniger leicht ging es zu, als <strong><a href="http://www.barbarayelin.de/">Barbara Yelin</a></strong> ihre Graphic Novel <em>Gift</em> (zusammen mit <strong>Peer Meter</strong>) in Wort und Bild im Comic-Laden <strong>Modern Graphics</strong> (Oranienstraße 22) vorstellte. Es geht in diesem historischen Roman im Comic-Gewand nämlich um die Giftmörderin Gesche Gottfried, die in Bremen Anfang des 19. Jahrhunderts 15 (!) Menschen mit Mäusebutter ermordet hat. Auch wenn die Zeichnerin sich selbst und diesen historischen Stoff nur allzu ernst nahm und zum Teil geradezu pedantisch Entstehungsumstände des Comic-Bands sowie historische Hintergründe referierte, konnte bei den Zuhörern trotzdem keine trübe Stimmung aufkommen; wie auch &#8211; wenn man neben gefühlten tausend anderen Besuchern auch noch von Barbapapa &amp; Co. umgeben ist.</p>
<p>Absoluter Höhepunkt der langen Buchnacht war auch an <em>Modern Graphics</em> geknüpft: Auf der Straße, vor den Schaufenstern des Comicladen spielte um 24.00 Uhr <a href="http://www.myspace.com/orchestreminiatureinthepark"><strong>OMP &#8211; das Orchestre Miniature in the Park</strong></a>. Und das unter strengen Vorgaben: Es wurden nur Kinderinstrumente benutzt (Kindergitarre, Kinderbass, Triola, Kinderschlagzeug, Kinderschellenreif, Kinderblockflöte, Kindersaxophon, Kinderxylophon&#8230;) und in allen gecoverten Songs mussten die Wörter &#8220;Sonne&#8221; oder &#8220;Sommer&#8221; vorkommen. Es war ein Fest! Mit besten Chorgesängen aller Barbershop, einem extrovertieren Frontsänger, engagierten Musikern trotz Kinderinstrumente und einem Repertoire von Cream bis Tocotronic rockte dieses OMP die Nacht &#8211; zum Mitsingen, zum Mittanzen. Dieser Sack voll Musiker boten den buchstäblichen krönenden Abschluss für diese 12. lange Buchnacht.</p>
<p>Wer in diesem Jahr nicht dabei sein konnte &#8211; am 14. Mai 2011 wird die <a href="http://www.lange-buchnacht.de/index.html">13. lange Buchnacht in der Oranienstraße </a>stattfinden. Wer dann nicht dabei sein kann &#8211; ist selber schuld. Denn diese lange Nacht wird sicher eine der schönsten Nächte des Jahres sein.</p>
<p>Lydia Dimitrow.</p>
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		<title>Mord in Kreuzberg</title>
		<link>http://keindrama.net/2010/05/11/mord-in-kreuzberg/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 11:45:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[BKA Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Impro Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Tatzeit: Donnerstag zwischen 20 und 22Uhr.
Tatort: BKA Theater
Täter: Paternoster
Motiv: Volksbelustigung. MordArt
Wir steigen die Treppen, denn der Fahrstuhl ist langsam. Wir betreten den Saal. Links Bühne, diverse Instrumente, ansonsten Schwarz. Rechts Stühle, Tische und wir.
Improvisationstheaterkrimi.
Der Plot wird gestaltet vom Publikum. Fest steht, dass wir uns im alten Rom befinden. Mordarten können via Papyrus vorher gebracht werden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tatzeit: Donnerstag zwischen 20 und 22Uhr.<br />
Tatort: <a href="http://www.bka-theater.de/">BKA Theater</a><br />
Täter: <strong>Paternoster</strong><br />
Motiv: Volksbelustigung. <strong>MordArt</strong></p>
<p>Wir steigen die Treppen, denn der Fahrstuhl ist langsam. Wir betreten den Saal. Links Bühne, diverse Instrumente, ansonsten Schwarz. Rechts Stühle, Tische und wir.<br />
Improvisationstheaterkrimi.<br />
Der Plot wird gestaltet vom Publikum. Fest steht, dass wir uns im alten Rom befinden. Mordarten können via Papyrus vorher gebracht werden, wird später durch ein Orakel  gezogen.<br />
Personen, Berufe, Opfer, Namen, Orte, Indizien werden durch den Willen des Volkes bestimmt.<br />
Columbos Kurruptus ermittelt, denn Kaiser Titus Tinitus wurde erstochen in der Ziegenmilch Recyclinganlage gefunden.<br />
Verdächtig sind Pupulus, der Jüngling am Hof, Nervia, die Schwiegermutter, Interrupta die Ausländische Sklavin. Stevus ist der Musiker, Wächter, Bote für alle Gelegenheiten. </p>
<p>Szenen aus dem Alltag des Kaisers, verrieten Motive, das Publikum rätselte, es gab eine Pressekonferenz, es gab Indizien, es gab einen Kampf in der Arena, es gab Affären, Schuldzuweisungen, ein kurzzeitig emanzipiertes Rom, „Wilde“ Tiere, musikalische Einlagen, blitzschnelle Reaktion&#8230; es war humorvoll, manchmal ironisch, zum selbst lachen, über andere lachen, über Skurilität lachen&#8230; eine verrückte und doch fesselnde Geschichte, voller Spannung, was als nächstes passiert.<br />
Kann man nur weiter empfehlen. Ach und Curry 36, vor der Tür. Lecker.</p>
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		<title>2. Lange Nacht der Opern und Theater</title>
		<link>http://keindrama.net/2010/04/13/2-lange-nacht-der-opern-und-theater/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 12:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Lange Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Oper]]></category>
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		<description><![CDATA[Letztes Jahr, letztes Jahr war es so schön, dass dieses Jahr alle noch mal wollten und noch mehr wollten, und so konnte man dann am 10. April 2010 die 2. Lange Nacht der Opern und Theater in Berlin erleben. Und? Es war wieder schön. So schön!
Man hatte die Auswahl zwischen 68 Bühnen auf acht verschiedenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztes Jahr, letztes Jahr war es so schön, dass dieses Jahr alle noch mal wollten und noch mehr wollten, und so konnte man dann am 10. April 2010 die <strong><a href="http://web1.heimat.de/theaternacht-berlin/index.php">2. Lange Nacht der Opern und Theater</a></strong> in Berlin erleben. Und? Es war wieder schön. So schön!</p>
<p>Man hatte die Auswahl zwischen 68 Bühnen auf acht verschiedenen Bus-Shuttle-Routen,  konnte die ganz großen Häuser besuchen, die kleinen und noch kleineren kennen lernen, und Berlin als Theater-Stadt neu entdecken. Das Programm umfasste von Theater, Tanz und Performance bis zu Konzert, Lesung und Mitmach-Angeboten wahrscheinlich alles, was man sich auf Bühnen so vorstellen kann. Was man dann davon tatsächlich in dieser Nacht erlebt hat, hat man entweder dem Zufall überlassen oder genauestens geplant oder beides, möglich war jedenfalls alles: mit Minuten-Zeitplänen zum Theaterglück oder sich einfach treiben lassen, mitnehmen lassen vom Dramastrom. Das Programm war vielfältig, sorgfältig zusammengestellt, übersichtlich aufgeführt im mit der Karte erhaltenen Programmheft, gut zu erschließen dank Shuttle-Service, und man hatte in dieser Nacht das Gefühl, dass alle so offen waren, nicht nur die Besucher für neue Erfahrungen und neue Orte, sondern auch die Veranstalter für neue Besucher und neue Möglichkeiten, stolz auf das eigene Haus und das eigene Programm, jedenfalls so offen… Freundliches Service-Personal überall, das einem das Programm  und den Weg über Treppen in Säle erklärt hat, enthusiastische Moderatoren, sprühende Künstler. Dass die Nacht für alle Beteiligten lang war, war jedenfalls niemandem anzumerken. Da war nur dieses Gefühl von Offenheit und Gemeinsamkeit, im Foyer beim Warten, im Theatersaal beim Zugucken, in der U-Bahn beim Im-Programmheft-Blättern.</p>
<p>Ja, es war schön. Wenn eine ganze Stadt Theater atmet. Schade, dass es nicht jede Nacht so ist. So müssen wir bis zum nächsten Jahr warten. Aber das macht ja nichts, denn bis dahin haben wir wenigstens genug Zeit, um uns alles anzusehen, was wir am letzten Samstag nicht geschafft haben, und überall noch mal hinzugehen, wo es uns gefallen hat. Also ist es vielleicht doch ganz gut, dass die Lange Nacht der Opern und Theater nur einmal im Jahr stattfindet. Sonst wären wir ja nur noch im Theater.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
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		<title>Eine Lange Nacht der Opern und Theater&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 12:33:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Ballett]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Komische Oper]]></category>
		<category><![CDATA[Lange Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Performance]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Sophiensäle]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; eine von vielen.
19:00 THEATER AN DER PARKAUE: Staatsballett Berlin zu Gast im Theater an der Parkaue
Zuerst war man doch etwas verwirrt: Im Programm stand doch etwas von „Schneewittchen – mit den Mitteln des modernen Tanzes wird das alte Märchen neu erzählt“? Und wo war man da gelandet? Da waren keine Zwerge und kein Prinz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; eine von vielen.</p>
<p><strong>19:00 THEATER AN DER PARKAUE:<a href="http://www.staatsballett-berlin.de/home2/index.php"> Staatsballett Berlin</a> zu Gast im <a href="http://www.parkaue.de/">Theater an der Parkaue</a></strong></p>
<p>Zuerst war man doch etwas verwirrt: Im Programm stand doch etwas von „<em>Schneewittchen</em> – mit den Mitteln des modernen Tanzes wird das alte Märchen neu erzählt“? Und wo war man da gelandet? Da waren keine Zwerge und kein Prinz, da war nur eine Frau in schlabbriger Kleidung mit Mikro vorm Mund, die ein paar Tänzern in Trainingskleidung Begriffe wie „Pas de Bourré“ und „Changement“ zurief und dabei selbst auch gleich mal mittanzte. Aufgeregtes Blättern im Programmheft: Ach, da stand es ja – „Lecture Demonstration mit Solisten und Corps de Ballet“. Was das <strong>Staatsballet</strong> einem da bot, war weniger ein Blick auf die Bühne, als ein Blick hinter die Kulissen. Und gerade das machte es dann auch so besonders. Die Frau mit dem Mikro vorm Mund konnte nämlich eine ganze Menge erklären: über die Beschaffenheit des Bodens, den Aufbau eines Trainings, die Schwierigkeiten und Freuden eines Balletttänzers und natürlich auch die einzelnen Bewegungen und Posen – und das alles sehr sympathisch und angenehm locker. Und <em>Schneewittchen</em> kam ja dann auch noch auf die Bühne – in Form einer öffentlichen Probe verschiedener Szenen, mal mit, mal ohne Musik, immer mit Erläuterungen, diesmal von einer anderen Dame, die das Ganze aber eben so informativ und sympathisch gestaltete wie die erste. Die Demonstration des Staatsballetts entpuppte sich als Highlight für alle Freunde oder auch Noch-nicht-Kenner des Balletts und machte Lust auf mehr. Und wenn man jetzt das nächste Mal in einem Ballett sitzt, hat man bestimmt noch die beiden Damen im Ohr – und fühlt sich ein bisschen wie ein Insider.</p>
<p><strong>21:00 <a href="http://www.stage-entertainment.de/">THEATER AM POTSADAMER PLATZ</a>: Dirty Dancing</strong></p>
<p>Die schönsten Szenen aus<em> Dirty Dancing</em> sollten einem da geboten werden. Und das wurden sie auch: Von der Wassermelonen-Szene über das erste Tanz-Training bis zur legendären „Mein Baby gehört zu mir“-Stelle war alles dabei. Und hinterließ nichts als den einen Gedanken: Da guckt man sich lieber den Film an. Denn auf dieser Bühne wurden einem lieblose, hektische und viel zu überladene Choreographien geboten, uninteressante Bühnenbilder, mittelmäßige Sänger und kaum zu ertragene Schauspieler. Übertreibung und Überspitzung, bis kein Quäntchen Natürlichkeit mehr übrig bleibt, bis nichts mehr authentisch oder echt wirkt, bis nichts mehr berührt. Da bleibt man lieber bei Patrick und Jennifer und auf dem heimischen Sofa.</p>
<p><strong>22:00 SOPHIENSAELE: Die längste Nacht mit Turbo Pascal</strong></p>
<p>Wer noch nie in den <a href="http://www.sophiensaele.com/"><strong>Sophiensälen</strong> </a>war, der musste sich an diesem Abend einfach verlieben. In den rau-romantischen, provisorischen Charme dieses Aufführungsortes, des historischen Gemäuers des ehemaligen Handwerkervereinshauses in der Sophienstraße. Die Performance-Gruppe <strong>Turbo Pascal</strong> leitete ihr Programm auch gleich mit einer grüppchenweisen Führung durch den Festsaal ein. Da wurden einem die Notausgänge erklärt, schließlich ist hier alles aus Holz, und wenn der Mob einmal in Bewegung ist… Da wurde einem erklärt, an welchem Punkt der Gegenwart wir uns befinden, und was sich von da entwickeln kann, dann wurde man platziert. Und weiter geht die Performance. Das Programmheft versprach: „<em>Turbo Pascal</em> erfindet unterschiedliche Szenarien für eine lange Nacht im Festsaal der Sophiensäle oder unterwegs in Berlin: düstere, romantische oder revolutionäre Szenarien, die man am nächsten Morgen wieder vergessen möchte oder auch nicht.“ Düster wurde es tatsächlich, nämlich in Form eines vorgetäuschten Stromausfalls im Festsaal, Romantik kam aber irgendwie so gar nicht auf (trotz Dunkelheit), und von Revolution oder revolutionärem Lüftchen möchte man dann auch nicht reden. Das Szenario, das <em>Turbo Pascal</em> da erfand, war dann das folgende: Stromausfall, auweia, können wir jetzt gar nicht raus aus dem Festsaal (dieser Zusammenhang blieb übrigens so vage, wie er jetzt erscheint), müssen wir schnell Licht mit unseren Handys machen und Essen einsammeln und Trinken, hui ist das lustig, dann lesen wir noch aus einem Buch einer Zuschauerin, damit es beim Kulturprogramm bleibt, dann geht das Licht wieder an und alle werden entlassen, hui ist das lustig. Was ist Performance? Eine gute Performance bringt die Zuschauer aus dem Konzept, lässt sie sich unsicher und unwohl fühlen, bindet sie so ein, dass sie sich nicht entziehen können, lässt sie durcheinander geschüttelt und im besten Fall aufgerüttelt zurückbleiben – auf jeden Fall nachdenklich. Bei dieser Performance von <em>Turbo Pascal</em> war allerdings alles so vorhersehbar, so unaufregend, so allbekannt – es ließ einen schlichtweg kalt. Das war eine ganz nette Comedy-Performance, einigermaßen unterhaltsam, aber am Ende doch – belanglos.</p>
<p><strong>23:30 KOMISCHE OPER BERLIN: Die schönsten Operntode II</strong></p>
<p>Ja, die <strong><a href="http://www.komische-oper-berlin.de/">Komische Oper</a></strong> kommt in letzter Zeit auf diesem Blog wohl immer gut weg, und so auch in diesem Beitrag: Es war ein Highlight. Die Solisten Erika Roos (Sopran), Jan Martinik (Bass) und David Williams (Bariton) präsentierten ihre Lieblingsarien zum Thema Tod zu einer Klavierbegleitung und sympathisch altmodischen Bühnenbild mit Sarg, Schädel und Kerzen, bevor Erika Roos und Jan Martinik zusammen mit Adrian Strooper und Elisabeth Starzinger noch einen Part aus Mozarts Requiem sangen. Durch den Abend führte ein freundlich enthusiastischer Moderator, der neben Informationen zu Werken und Sängern auch einige Kalauer parat hatte, und den Abend auf den Punkt brachte: „Nirgendwo wird so schön gestorben wie in der Oper.“ Nein, nirgendwo. Denn tatsächlich gestorben ist an diesem Abend nur Erika Roos (David Williams besang zum Beispiel Papagenos halbherzige Selbstmorddrohungen, die ja dann durch das unverhoffte Auftauchen Papagenas zerschlagen werden), und das war tatsächlich unbeschreiblich schön. So einen Sopran hört man wohl selten auf den Berliner Bühnen: Sie sang so klar, so sauber, dabei aber so unverkrampft und locker-leicht, wie es sein sollte. Da wurde kein Ton gequetscht, herausgepresst, nichts, wirklich nichts war von all der Anstrengung zu hören, die es kostet, solche Höhen zu erreichen, wie sie Erika Roos an diesem Abend erreicht hat: Es war einer meiner schönsten Opern-Momente. Wenn es Menschen gibt, die in der Oper weinen müssen, weil es so schön ist – an diesem Abend konnte man sie verstehen. So saß man mit aufgestellten Arm- und Nackenhaaren in den Opernsessel verkrampft und wollte, dass es nie, nie aufhört, dass sie nie, nie stirbt diese wunderbare Sopranistin, dass sie immer weitersingt, dass diese Lange Nacht zur längsten aller Nächte wird – man wurde enttäuscht. Irgendwann erdolchte sie sich selbst. Um dann für tosenden Applaus wieder aufzuerstehen. Ein Applaus, der vielleicht nicht nur diesen Arien in der Komischen Oper galt – sondern einer ganzen Langen Nacht.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p>Alles zur 2. Langen Nacht der Opern und Theater findet man <a href="http://web1.heimat.de/theaternacht-berlin/index.php">hier</a>.</p>
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		<title>Amoklauf mein Kinderspiel &#8211; DT Box</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 23:36:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsches Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Freyer]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch ist das Blatt leer. Gedanken, an einen Abend in der Box vom DT, an 3 Schauspieler, die einem Text leben gaben, füllen langsam meinen Kopf. Viel könnte ich schreiben, wenig werde ich, so viel steht fest.
Zeit, Muße und Gedanken an andere Dinge sind in meinem Kopf. Das Highlight, war Ole Lagerpusch, der mich auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch ist das Blatt leer. Gedanken, an einen Abend in der Box vom DT, an 3 Schauspieler, die einem Text leben gaben, füllen langsam meinen Kopf. Viel könnte ich schreiben, wenig werde ich, so viel steht fest.<br />
Zeit, Muße und Gedanken an andere Dinge sind in meinem Kopf. Das Highlight, war Ole Lagerpusch, <a href="http://keindrama.net/2010/02/24/frau-othello-dt/">der mich auch als Jago schon fesselte</a>. Ihm gelang es wieder mich zu begeistern und mit hinein zu nehmen in Gefühle und traurige Geschichten.<br />
Die Handlung von Thomas Freyers Stück<strong> &#8220;Amoklauf mein Kinderspiel&#8221;</strong> war mir bekannt. <a href="http://keindrama.net/2009/06/07/beispielhaft-und-herausragend-20/">Beim TTJ 09 durfte ich mich schon einmal schocken lassen.</a> <em>&#8220;Man darf sich nicht beklagen, man lebt.&#8221;</em> ist bis heute in meinem Ohr. Jetzt wieder präsenter. Gravierende Unterschiede sind natürlich, das alter der Darsteller und das Inszenierung &#8220;Konzept&#8221; gewesen. Drei Schauspieler, geschliffener, exakter Text, der einem Schauer auf den Rücken jagte&#8230; Bedrohung, die sich durch explodierende Äpfel, fliegende Ordner und Strichmännchenprojektionen herstellte. Die nummerierten Gewaltgeschichten führten zum unbarmherzige Todeslauf, wobei weniger Kausalität relevant war, sondern sich eher das Gefühl des Auswegslosigkeit und Benommenheit herstellte. Die Frage nach dem „warum“ ist immer da, schnell finden wir viele Schuldige, viele Antworten, aber wir bleiben dann dabei stehen und gehen weiter, ohne etwas zu verändern. Dieses Stück bricht ein unheilvolles Schweigen und kann der Auftakt einer gesellschaftlichen Diskussion sein.<br />
Leider habe ich das Gefühl, es ist in unserer medialisierte Welt, oft jeder zu eingenommen sich noch zu unterhalten, oder wir fühlen uns den Gegebenheiten gegenüber machtlos.  (&#8220;Man darf sich nicht beklagen, man lebt.&#8221;)<br />
Wo sollen wir den Hebel ansetzen? </p>
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		<title>Premiere im Deutschen Nationaltheater Weimar</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 13:07:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Premiere]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[- Premiere von John Gabriel Borkman (Henrik Ibsen) am 27.03.2010 am Deutschen Nationaltheater Weimar -
Zum Glück haben wir die Wirtschaftkrise: Die bietet Erklärung für jedes Aua-Aua am Herzen und an der Seele und füllt ganz nebenbei den Spielplan. Weil es doch sonst immer so schwierig ist, die richtigen Geschichten auszuwählen. Die Geschichten, die man erzählen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>- Premiere von <em>John Gabriel Borkman</em> (Henrik Ibsen) am 27.03.2010 am Deutschen Nationaltheater Weimar -</strong></p>
<p>Zum Glück haben wir die Wirtschaftkrise: Die bietet Erklärung für jedes Aua-Aua am Herzen und an der Seele und füllt ganz nebenbei den Spielplan. Weil es doch sonst immer so schwierig ist, die richtigen Geschichten auszuwählen. Die Geschichten, die man erzählen möchte.</p>
<p>Die Geschichte von John Gabriel Borkman (Detlef Heintze), der Ibsens vorletztem Stück den Titel gibt, wollte das DNT Weimar jedenfalls deswegen erzählen, weil er doch mal Bankdirektor war. Das nur geworden ist, weil er bereit war, für diese Stelle seine große Liebe Ella (Elke Wieditz) zu opfern. Eine andere zu heiraten. Ihre Schwester, um genau zu sein. Und dann hat er auch noch die ihm anvertrauten Gelder zum Kauf von Aktien eingesetzt – ohne das Wissen seiner Kunden. Schließlich wollte er doch ein Wirtschaftsimperium aufbauen! Stattdessen kommt er wegen Veruntreuung für fünf Jahre ins Gefängnis. Ella zieht in dieser Zeit Borkmans Sohn Erhart (Christian Ehrich) auf und versorgt seine Frau – ihre Schwester – finanziell. Als Borkman entlassen wird, zieht er sich völlig zurück. Von seiner Frau, seinem Sohn, der Gesellschaft; lebt acht Jahre lang ganz allein in der oberen Etage seines Wohnhauses. Und an dieser Stelle setzt das Stück ein. Das jetzt so fabelhaft zum Thema Wirtschaftskrise passt! Oder nicht?</p>
<p>Es ist ein Trugschluss: Nicht jeder Text, in dem das Wort „Bank“ vorkommt, beschreibt, was die Wirtschaft mit den Menschen macht. In <em>John Gabriel Borkman</em> geht es darum, wie eine Familie mit Schande umgeht. Mit dem gesellschaftlichen und finanziellen Verfall. Mit einem Verbrecher als Familienoberhaupt. Es geht darum, wie die Hoffnungen und Ziele einzelner Familienmitglieder miteinander verknüpft sind, wie Erwartungen entstehen – und Enttäuschung.</p>
<p>Borkmans Frau Gunhild (Petra Hartung) hatte sich ein anderes Leben erträumt. Nicht in der Abhängigkeit ihrer Schwester, nicht im Schatten eines Ex-Sträflings. Ihr Sohn soll für Rehabilitierung sorgen. Des Vaters. Der Familie. Es ist ihre und seine „Mission“. Zumindest aus ihrer Sicht. Denn Erhart taumelt zwischen der Gleichgültigkeit des Vaters, der Über-Inanspruchnahme der Mutter, seinen eigenen Träumen und der Sehnsucht seiner Tante, seiner Ziehmutter Ella nach Liebe.  Denn die kehrt nach all den Jahren in das Borkman-Haus zurück, um von John Gabriel zu erfahren, warum er sie damals verlassen hat, und um ihre letzten Lebensmonate mit Erhart zu verbringen. Dem einzigen Menschen, den sie noch zu lieben fähig ist. Sie will, dass er ihren Namen annimmt (damit auch den der Mutter) und ihr einziger Erbe wird.</p>
<p>Sie wird enttäuscht: Erhart verlässt seine Mutter, seinen Vater, auch sie selbst, denn er will das Glück. „Ob für kurz oder lang ist egal. Ich will nicht arbeiten, ich will leben! Ich bin jung!“ Zu jung, um sich einer Mission zu verschreiben, die nicht die eigene ist, sondern die der Mutter oder die der Tante. Denn auch darum geht es in Ibsens Stück: um das Phänomen, dass Menschen bereit sein können, alles für eine Mission aufzugeben, ihre Mission. Und so kommt es dann, dass manche Menschen vielleicht auch Liebe und Glück gegen Macht und Geld eintauschen. Weil sie hoffen, darin Erfüllung zu finden: als Bankdirektor, mit einem Wirtschaftsimperium.</p>
<p>Regisseur Urs Troller und Dramaturg Hans-Peter Frings stellen mit ihrer Inszenierung die These auf, dass es durch eben ein solches Verhalten zur Wirtschaftskrise kommen konnte. Und vielleicht stimmt das auch. Aber sie übersehen, dass Ibsen mit seinem Stück eigentlich etwas Anderes, Allgemeineres erzählt: Dass dem Menschen das Streben nach Selbstverwirklichung manchmal über alles geht. Jedenfalls über seine Familie, über die Menschen, die man liebt, und damit am Ende – unwissentlich – auch über sich selbst. Und genau das zeigen die Figuren John Gabriel, Gunhild, Ella und auch Erhart jede mit ihrer eigenen Geschichte. Und dabei kommen sie bis auf den titelgebenden Protagonisten auch ganz gut ohne Wirtschaft, Geld und Bank aus. Weil diese drei Dinge eben doch nicht Ursprung allen Übels sind. Vielleicht: leider. Denn dadurch wird es nicht leichter.</p>
<p>Aber wie es eben meistens ist: Ein Text ist oft klüger als der Autor, ein Stück manchmal klüger als die, die es in Szene setzen. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm. Und so inszeniert Urs Troller <em>John Gabriel Borkman</em> instinktiv so, wie es dem Stück am besten tut: in seiner ganzen Privatheit, mit dem Fokus auf die Familie, die einzelnen Chraktere. Er arbeitet ihre Psyche heraus, ihre Ängste, ihre Wünsche, ihren Antrieb. Er macht die Verlorenheit der Figuren für den Zuschauer so spürbar, dass es kaum zum Aushalten ist. Man beneidet die Spieler, die auf der Bühne Mäntel und Jacken tragen, wie zum Schutz gegen die Kälte um sie herum, in ihren Herzen. Man möchte auch zur Garderobe gehen und seinen Mantel holen, um eben diese Kälte nicht spüren zu müssen, wenn Ella John Gabriel vorwirft: &#8220;Du hast die Todsünde begangen. Du bist ein Mörder: Du hast die Liebe in mir getötet.&#8221;</p>
<p>Es sind Detlef Heintze und Elke Wieditz, die dem Stück seine Tiefe verleihen. Mit den kleinsten Gesten, den kleinsten Änderungen der Tonlage, nur einem Hauch, einem Vibrieren, machen sie die große Liebe spürbar, die da zerbrochen ist. Und das ganz ohne Kitsch, ganz ohne Abgeschmacktheit. Man glaubt ihnen diese verlorene Liebe nicht, man spürt sie. Und da verzeiht man den anderen Spielern, Petra Hartung oder Christian Ehrich, auch viel eher, dass sie ihre Rollen viel weniger ausfüllen, höchstens annehmen, und vielleicht nicht berühren, aber immerhin überzeugen: Man hält es aus. Denn dann kommt ja wieder die große Schlussszene, in der Ella und John Gabriel einander ganz kurz an den Händen halten, ganz kurz vereint sind, bevor er in einer letzten Wahnvorstellung von seinem Finanzimperium dahin scheidet. Allein. Und einsam. Wie eben alle Figuren in Ibsens Stück. Diese Szene gehörte zu den großen Momenten auf der Bühne des Weimarer Nationaltheaters. Und letztendlich sind es doch diese Momente, an die man sich erinnert, wenn in der Garderobe längst kein Mantel mehr hängt. </p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p>Alle weiteren Infos zum Stück und Theater unter <a href="http://www.nationaltheater-weimar.de">www.nationaltheater-weimar.de</a>. Nächste Termine: 01./11.04. und 15./30.05..</p>
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		<title>Die Dukes Of Windsor im Magnet</title>
		<link>http://keindrama.net/2010/03/07/die-dukes-of-windsor-im-magnet/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 13:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Dukes of Windsor im MAGNET – das ist wirklich kein Drama, aber warum nicht auch mal ein Konzert besprechen? Vor allem, wenn es um eine Band mit einem so besonderen Lokalkolorit geht: Die fünfköpfige Band bestehend aus Oscar Dawson, Joe Franklin, Scott Targett, Jack Weaving  und Mirra Seigerman hat im Dezember 2009 ihr sonniges [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <strong>Dukes of Windsor</strong> im MAGNET – das ist wirklich kein Drama, aber warum nicht auch mal ein Konzert besprechen? Vor allem, wenn es um eine Band mit einem so besonderen Lokalkolorit geht: Die fünfköpfige Band bestehend aus Oscar Dawson, Joe Franklin, Scott Targett, Jack Weaving  und Mirra Seigerman hat im Dezember 2009 ihr sonniges Australien verlassen und ist geschlossen in die coolste Stad der Welt gezogen – Berlin. Mindestens seitdem laufen auch die Berliner Radios bei dem <em>Dukes</em>-Song <em>It’s A War</em> heiß.</p>
<p>Weniger heiß lief gestern leider das Berliner Publikum im MAGNET (der übrigens noch diesen Monat die Greifswalder Straße verlässt!). Bei der Dukes-Vorband <strong>The Intersphere</strong> war das auch mehr als verständlich. Pseudo-cooler Emotional-Rock à la Muse (oder wer weiß, bei wem sich die Band versucht hat, leidende Rocker-Posen abzugucken), der in erster Linie unecht und aufgesetzt wirkte und die Beine so gar nicht zum Tanzen verführen wollte. Das könnte auch daran gelegen haben, das im Grunde ein Song wie der andere klang; und 45 Minuten zu einem einzigen Song tanzen will ja nun wirklich niemand – es sei denn vielleicht, es ist ein <em>Doors</em>-Song. Türen haben <em>The Intersphere</em> aber gestern eher geschlossen: Türen zum Mittanzen, zum Mitpogen, zum Mitrocken – zum Mitgehen.</p>
<p>Warum das Publikum bei den <em>Dukes Of Windsor</em> dann aber eine ziemlich zähe Masse blieb, ist dann wohl doch eher ein Rätsel des Berliner Nachtlebens: für mich ungelöst. Tanzende Menschen waren jedenfalls nur vereinzelt anzutreffen, vor allem wenn Mit-dem-Kopf-Wippen-und-mit-den-Zehen-Wackeln nicht zählt, von Pogo ganz zu schweigen. An den <em>Dukes</em> lag das aber nicht, die lieferten nämliche eine enthusiastische, überzeugende Show ab. Mit neuen Songs und gut bekannten Singles (<em>It’s A War</em> als dritter Song des Abends), mit authentischen und gar nicht ausgelatschten Rocker-Posen kamen sie musikalisch auf den Punkt, boten mehr, als eine myspace-Seite bieten kann, und waren dabei so sympathisch!</p>
<p>Diese Sympathien hatte die Band vor allem Sänger Jack Weaving zu verdanken (der beim Tanzen immer ein bisschen aussieht, als würde er durch den Görlitzer Park joggen), und das obwohl er fast gegen Ende erklären musste: „Ich bist krank.“ Da wurde er auch gleich von Gitarrist Oscar Dawson korrigiert: „Ich bin krank, du bist krank. Und Jack ist ein Dummkopf.“ Klar. Bei einmal die Woche Volkshochschule muss man mit seinen frischen Deutschkenntnissen auch mal ein bisschen angeben können… Sie meinen es eben ernst mit ihrem neuen Zuhause.</p>
<p>Und das ist in gewisser Weise auch ihr Kapital: Die <em>Dukes Of Windsor</em> sind keine besonders innovative oder einzigartige Band, deren Alben man all seinen Freunden zu Weihnachten schenken will. Sie bieten einfach soliden Indie-Rock zum Tanzen, zum Spaß haben, zum Abgehen. Und sind eben vor allem eins: sympathisch. Deswegen bleiben sie auch auf jeden Fall ein Tipp für alle Berliner, die für nicht ganz so viel Geld (gestern: Ticket 8€) ein gutes Rockkonzert erleben wollen. Und nebenbei eben auch ein bisschen Verliebt-in-Berlin.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p><a href="http://www.myspace.com/dukesofwindsor">Noch mehr Infos zu den <strong>Dukes of Windsor</strong>: zum Hören auf myspace</a>.</p>
<p><a href="http://ichbineinduke.wordpress.com/">Und dann noch ihr Blog:  (genauso sympathisch wie die Band selbst).</a></p>
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		<title>Ein Highlight in der Komischen Oper &#8211; Brechts Mahagonny</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 13:39:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Brecht]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Komische Oper]]></category>
		<category><![CDATA[Oper]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Aufstieg und der Fall der Stadt Mahagonny – ein Stück, dass seine Geschichte schon im Titel trägt. In Brechts Oper werden verschiedene Lebensmodelle, die in einer Stadt verwirklicht werden könnten (oder werden?), vorgeführt.
Mahagonny soll eine Alternative zu den großen Städten sein, zu all dem Rauch, dem Schmutz, der Arbeit. Mahagonny soll Vergnügen bieten, eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Aufstieg und der Fall der Stadt Mahagonny</strong> – ein Stück, dass seine Geschichte schon im Titel trägt. In Brechts Oper werden verschiedene Lebensmodelle, die in einer Stadt verwirklicht werden könnten (oder werden?), vorgeführt.</p>
<p>Mahagonny soll eine Alternative zu den großen Städten sein, zu all dem Rauch, dem Schmutz, der Arbeit. Mahagonny soll Vergnügen bieten, eine Paradiesstadt sein. Man will Ruhe und Eintracht: Es werden Whiskey, Mädchen und Boxkämpfe geboten, dafür wird bezahlt und man hält sich an Regeln. Man macht keinen Lärm. Man schont die Stühle. Aber dieses Konzept der Überregulierung scheitert: Langeweile kommt auf, und richtiges Glück stellt sich auch nicht ein. Aus dieser Situation führt Jim Mahoney, der in der Nacht, in der die Stadt von einem Hurrikan bedroht wird, die „Gesetze der Glückseligkeit“ findet; die bestehenden Regeln werden aufgehoben, der neue Leitsatz lautet: Du darfst! „Wir brauchen keinen Taifun!/ Denn was er an Schrecken tun kann/… das können wir selber tun!“ Aber auch dieser Versuch der extremen Deregulierung scheitert: Die Stadt endet im Chaos und in der Anarchie, Jim Mahoney wird hingerichtet, weil er kein Geld mehr hat. Fazit: Ein Leben in der Stadt scheint unmöglich, ebenso wie Liebe und Freundschaft in einer Welt, die vom Geld bestimmt wird.</p>
<p>Und dieses Stück kam nun in der <strong>Komischen Oper</strong> auf die Bühne, <strong>am 04.03.10</strong> leider zum letzten Mal in dieser Spielzeit.</p>
<p>Ein Brecht-Stück tatsächlich in einer Oper zu sehen, nicht mit Schauspielern, sondern mit Opernsängern wirkt anfangs etwas befremdlich.  Aber dann gewöhnt man sich schnell an die Dauer-Präsenz der Orchestermusik und an die (wirklich fast ausschließlich) gesungenen Texte. Im Prinzip würde auch keine Form besser passen zu dem von Brecht gewählten Stoff: Wirkliche Kommunikation gibt es in Mahagonny nicht. Die fast einzigen wirklichen Dialoge sind Verhandlungen. Ansonsten bleibt jeder mit sich allein, und wie könnte man das besser verdeutlichen als mit den Mitteln der Oper? Denn Gesang isoliert Figuren meistens voneinander, legt den Fokus aus den Einzelnen, nicht das Gemeinsame. Wichtige Ausnahme bildet hier natürlich jede Form des Chorgesangs. Und die Chöre, die Robert Heimann dem Publikum hier bietet, vor allem die Männerchöre, gehören zweifelsohne zu den Höhepunkten des Abends.</p>
<p>Ansonsten sind gesangliche Höhepunkte (wie oft in den Berliner Opern) an diesem Opern-Abend rar gesät. Aber die Sänger hätten auch heiser sein können oder alle Töne verfehlen – es hätte fast nichts ausgemacht. Denn diese Inszenierung von Brechts Oper durch Andreas Homoki ist eine so kluge, so wohldurchdachte, dass der Abend so oder so zum Fest wird. Bühnenbild, Kostüme, die Projektion von Brechts Regieanweisungen, Requisiten, die Spieler werden der Textvorlage so gerecht, dass es fast unheimlich ist. Auf jeden Fall: unheimlich gut. Besonders in der zweiten Mahagonny-Phase kann man sich kaum sattsehen an all der Völlerei und Wollust, den bonbonfarbenen Glitzer-Kleidern und Schimmer-Sakkos; selbst das wahrlich verbrauchte Bild des Geld-in-die-Luft-Werfens wirkt nicht verbraucht, sondern echt. Man sieht Stadtbewohnern dabei zu, wie sie in ihren Untergang gehen, und es schaudert einen. Jims Freund Jakob frisst sich zu Tode. Die projizierte Regieanweisung lautet: Er fällt tot um. Aber Jakob fällt nicht tot um: Er bricht in Lachen aus. Das ist das wahre Grauen.</p>
<p>Mit solchen klugen Regieeinfällen macht Andreas Homoki seine Inszenierung vom Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny zu einer herausragend gelungenen. Die einzige Frage, die man wohl stellen könnte, ist, warum sich Dramaturg Werner Hintze für die Textfassung von 1930 entschieden hat, obwohl Brecht später seine Oper (wie die meisten seiner Stücke) noch einmal überarbeitet und aktualisiert hat. In seiner Fassung von 1955 entfällt der starke Amerika-Bezug, was die Geschichte Mahagonnys übertragbarer und allgemeingültiger werden lässt, während auch etwas hinzu kommt: Hoffnung. Am Ende erkennt Jim Mahoney (der da allerdings Paul Ackermann heißt), dass das Glück, was er in Mahagonny gefunden hat, kein echtes Glück war. Denn Freiheit kann man nicht kaufen. Wo Erkenntnis möglich ist, da besteht Hoffnung. Eine Hoffnung, die in der Inszenierung der Komischen Oper fehlt. Aber das ist vielleicht gar nicht so schlimm – wo doch schon so viele andere Hoffnungen an diesem Abend erfüllt worden sind. Zum Beispiel die Hoffnung auf einen gelungenen Opernabend. Was zu hoffen bleibt – dass das Stück so bald wie möglich wieder in den Spielplan aufgenommen wird.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p><strong><em>Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny</em> in der Komischen Oper Berlin</strong> –<a href="http://www.komische-oper-berlin.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_cluster=72424&amp;id_event_date=0&amp;id_language=1."> Infos und Video Hier.</a></p>
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