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	<title>KeinDrama &#187; Ästhetik</title>
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	<description>Es gibt kein Leben neben Theater.</description>
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		<title>Rückblick: Romeo und Julia &#8211; Maxim Gorki Theater</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 20:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Maxim Gorki]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute war ich Besucher, Zuschauer, Berliner. Ich habe mir eine Geschichte erzählen lassen, habe gelacht und beobachtet, habe mir an den entscheiden Stellen meinen Teil gedacht. Erst war ich amüsiert über das Publikum, später etwas verärgert. Damit man das versteht muss man aber mehr über den Inhalt wissen:
Romeo und Julia – eine Geschichte wie sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Heute war ich Besucher, Zuschauer, Berliner. Ich habe mir eine Geschichte erzählen lassen, habe gelacht und beobachtet, habe mir an den entscheiden Stellen meinen Teil gedacht. Erst war ich amüsiert über das Publikum, später etwas verärgert. Damit man das versteht muss man <a href="http://gorki.de/-/monatsplan/6630381">aber mehr über den Inhalt</a> wissen:</p>
<p style="text-align: justify; padding-left: 30px;">Romeo und Julia – eine Geschichte wie sie heute passieren könnte, in dieser Stadt. Capulets und Montagues sind Gangs. Den Capulets gehören die Clubs, den Montagues die Straßen. Es gibt nur eine Sache der die Beiden verfeindeten Gangs verbindet: HipHop.</p>
<p style="text-align: justify;">In diesem Konzept liegen Vor- und Nachteile. Es gab deutliche Stellen, wo das Spiel funktionierte und Streckenweise nicht funktionierte.<br />
Vorteil war sicher die Assoziationsebene für ein junges Publikum und auch der normale Zuschauer, fand den Konflikt in der Gegenwart. Eben keine alten Italiener mit Degen, keine Giftfläschchen, kein barocker Balkon. Die Sprache war nahe am Alltag, nehme ich an, aber ihr wurde kein Sonderstatus zugemessen. Es mischte sich sowohl Shakespeare mit Kiez Slang und beides wurde auf die Schippe genommen. Beides wurde instrumentalisiert. Schwierig wurde dadurch nur die Glaubwürdigkeit der Figuren. Ich könnte auch eine Abhandlung über PUBLIKUM schreiben, aber bleiben wir beim Konzept.<br />
Am Anfang des Stückes wird angekündigt, dass der Konflikt der Gangs in einem BATTLE (gewalt<del datetime="2009-10-27T18:11:15+00:00">freier</del> Kampf mit Worten) gelöst werden soll. Wer das „Rap Battle“ gewinnt, der bekommt die Stadt. Für immer. Romeo und Julia lernen sich beim Einräumen der Bühne für das Battle kennen. Bis es zum Battle kommt vergeht gut eine Stunde. Handlung. Halbzeit, ohne Pause, aber ab jetzt verändert sich etwas. Mehr Shakespeare Text, weniger gedizze, dafür mehr Konflikt und Handlung. Es kommt zu bewegenden, witzigen Szenen zwischen Romeo, der bis zur Battle Szene eher wie Eminem  wirkte und Julia, die etwas an Oberflächlichkeit verlor. Die Szenen werden stiller, intimer, was das johlende Publikum, nun <del datetime="2009-10-27T18:11:15+00:00">fast etwas</del> überfordert. Da kam von der Bühne ein Kommentar wie: „In das Alter kommt ihr auch noch.“ Allgemein wurde souverän auf die Zuschauer reagiert, auch wenn Julia beim Applaus kein Lächeln mehr fand. (trotz donnernden Applauses. Respekt?)<br />
Eine Affäre zwischen Mercutio und Mia (quasi Romeo und Julia #2, in der Nebenhandlung), ein mächtiger Paris, der sich zwischen lächerlich und gefährlich bewegte, zwei „profi“ Rapper Auftritte, obwohl mir einer gereicht hätte. Meine erste Romeo und Julia Inszenierung, wo Romeo nicht tot neben Julia liegt. Besonders machte das Stück AUCH die Ästhetik, die Bühne, der Einsatz von Film und die spielerische Leistung. Mit ein bisschen mehr Strich, hätte alles gut, oder besser funktioniert, so war es Streckenweise anstrengend. Und „etwas“ zu laut.<br />
Ja sehr viel schönes und sehr viel schwieriges. Keine „glatte“ Schow, keine „traditionelle“ Interpretation. Die letzte Stunde würde ich gerne ohne Kreuzbergklassen nochmal gucken. Ce la vie.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://keindrama.net/2009/10/26/vorschau-romeo-und-julia-maxim-gorki-theater/">Link: zur Vorschau</a></p>
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		<title>Beispielhaft und Herausragend 09.5</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 06:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lieb Mensch
Freitag, letztes Stück. Der Festivalkoller war erreicht. Ich matsch, Lieblingsmenschen auf der Bühne. Gesehen habe ich Verzweiflung, eine simple stilisierte Ästhetik. Jemand nannte es liebevoll: Trash. Kisten, oder Kartons, ein oft gesehenes Mittel, genial bespielt. SMS Kultur. Besonders aufgefallen, und das wird wohl auch hängen bleiben, war der Einsatz der Kamera. Raum &#8211; Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lieb Mensch</strong><br />
Freitag, letztes Stück. Der Festivalkoller war erreicht. Ich matsch, Lieblingsmenschen auf der Bühne. Gesehen habe ich Verzweiflung, eine simple stilisierte Ästhetik. Jemand nannte es liebevoll: Trash. Kisten, oder Kartons, ein oft gesehenes Mittel, genial bespielt. SMS Kultur. Besonders aufgefallen, und das wird wohl auch hängen bleiben, war der Einsatz der Kamera. Raum &#8211; Zeit &#8211; Spiel &#8211; Fotoeffekt &#8211; Freeze &#8211; Geschichte erzählen &#8211; Zuschauer irritieren &#8211; Blicke lenken = Trash- Faktor. Das projizierte Bild überschneidet sich mit den Bühnenfiguren, erzeugt Ebenen, fesselt. Es unterstützt den Spielcharakter, die Spielwut der Darsteller und schafft eine absurde Ebene. Der Selbstmord bekommt etwas Plastisches, zugleich etwas Realistisches, wird eine Anspielung auf Youtube und andere Webportale oder den Samstagnacht- Horrorfilm. Die neue Welt, es fiel der Begriff &#8220;StudiVZtisierung&#8221;, wird mit einem Blickwinkel der jungen Generation reflektiert. Alle kennen meinen Lieblingsfilm, mein Lieblingsbuch, meinen Lieblingsspruch, mein Lieblingsfach, mein Lieblingslied&#8230; und im Profil steht: Wer mehr wissen will, muss mich fragen. 300 Freunde und keiner hat Zeit. Status: Beschäftigt.</p>
<p><a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/tag/lieblingsmenschen/">Mehr Stimmen zum Stück von der FZ:  LINKLINKLINK</a></p>
<p><strong>Fazit:</strong><br />
Was für eine Woche! Das sind nur einige fragmenthafte Eindrücke. Ich glaube, zu meinem Workshop muss ich auch noch was schreiben und zu all den anderen Dingen! Schreibt eure Eindrücke doch auch. Bin neugierig! Anmelden, lostippen. Und wenn es fünf Sätze sind&#8230; egal! Ein Mosaik besteht aus noch kleineren Teilen! Lasst diese Woche ewig leben!</p>
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		<title>Beispielhaft und Herausragend 09.4</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 06:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
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		<description><![CDATA[Topinambur
Wenn das Bild das Spiel dominiert, sieht man nichts außer das Bild. Oder? Gibt es den Röntgenblick im Theater? Das Bild klebt mir vor den Augen und hinter der blendenden weißen Wand kommt das dunkle &#8220;Nichts&#8221;. Schwarz wie &#8220;die Erde&#8221; ist der bleibende Eindruck des Stückes. Glattes Theater, nahezu perfektes chorisches Sprechen. Ich sah eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Topinambur</strong><br />
Wenn das Bild das Spiel dominiert, sieht man nichts außer das Bild. Oder? Gibt es den Röntgenblick im Theater? Das Bild klebt mir vor den Augen und hinter der blendenden weißen Wand kommt das dunkle &#8220;Nichts&#8221;. Schwarz wie &#8220;die Erde&#8221; ist der bleibende Eindruck des Stückes. Glattes Theater, nahezu perfektes chorisches Sprechen. Ich sah eine Form von absurdem Theater, was sich in einem Traum ohne Anfang entwickelte, einem Traum ohne Realität, in dem die neue Unverbindlichkeit gefeiert wird. Starke Worte, starkes Spie,l und trotzdem wirkte es auf mich wir Plastik.  Ich fand wenig Anschluss im Stück, keine Symphatieträger und hier mal eine ernsthafte Meckerei: Eine angeblich 18jährige Hauptdarstellerin, die wie 14 wirkte. Sorry. Respekt vor der Leistung, aber die Form packte mich nicht.</p>
<p><a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/tag/topinambur/">Mehr Stimmen zum Stück von der FZ:  LINKLINKLINK</a></p>
<p><strong>Kampf.</strong><br />
Ästhetik: Kampfrausch, gut über sein eigenes Stück kann man wohl wenig schreiben. Es war eine einzigartige Erfahrung, Wabe, Berlin, Theaterpublikum. Meine Knie schmerzen mich noch heute, die Kratzer blabla&#8230; Gastspiele sind immer besonders Hammer. Gerne hätte ich mich stundenlang auf Gespräche gestürzt, über das Thema des Stückes, aber leider blieb das irgendwie aus. Naja, wir haben Lob (hey, du kannst das echt gut, so mit Text) bekommen und ein wenig Kritik wegen der Lautstärke. (dumm gelaufen, unser Boden daheim ist viel leiser)<br />
Weedback ist leider in Rauch aufgegangen, aber dank FZ musste ich nicht ganz deprimiert sein.</p>
<p><a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/tag/immer-spielt-ihr-und-scherzt/">Mehr Stimmen zum Stück von der FZ:  LINKLINKLINK</a></p>
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		<title>Beispielhaft und Herausragend 09.3</title>
		<link>http://keindrama.net/2009/06/08/beispielhaft-und-herausragend-30/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 10:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[ttj 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
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		<description><![CDATA[Familiengeschichten
Humor bleibt Humor. Man hat ihn, oder einen anderen. Zur Ästhetik des Stückes bleibt, so kann ich im Rückblick sagen, für mich: simple Metaphorik, Ironie, ein schnelles sich überschlagendes Spielkonzept, was zu Familiengeschichten führte die im Tod des Patriarchats gipfelten. Wir essen den Vater. Gut, dachte ich mir. Mahlzeit. Das Bühnenbild, ein Gerüst, Symbol für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Familiengeschichten</strong><br />
Humor bleibt Humor. Man hat ihn, oder einen anderen. Zur Ästhetik des Stückes bleibt, so kann ich im Rückblick sagen, für mich: simple Metaphorik, Ironie, ein schnelles sich überschlagendes Spielkonzept, was zu Familiengeschichten führte die im Tod des Patriarchats gipfelten. Wir essen den Vater. Gut, dachte ich mir. Mahlzeit. Das Bühnenbild, ein Gerüst, Symbol für ein Haus, alle unter einem Dach, alle bunt und doch alle deutsch. Das Migrantenfähnchen hätte noch gefehlt. Die Gruppe spielt mit Vorurteilen, machen sich über sie lustig. Das Publikum wird provoziert den eigentlichen Humor zu überdenken. Und die Vorurteile. Es funktionierte. Kritik: insofern die Vorurteile noch realistisch waren, inwieweit sie wirklich Vorurteile sind, hat niemand gezeigt. Auch hier ist natürlich meine eigene Erfahrungswelt entscheidend. Das bin ich wohl doch ein sehr toleranter und überwiegend Vorurteilsfreier Theaterbesucher. Der Funke Wahrheit, in jeder Lügengeschichte, kam nicht zum Vorschein. Das Familienstrukturen sehr gut vom Patriarchat dominiert sein können, war nicht im Ziel der Spieler. Interessiert hätte mich die Erfahrungen und Erlebnisse der Spieler dann doch, aber das wollte sie mir dann doch nicht verraten. Ein ausgelassener, leicht verdaulicher Theaterabend.</p>
<p><a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/tag/familiengeschichten/">Mehr Stimmen zum Stück von der FZ:  LINKLINKLINK</a></p>
<p><strong>Anne Frank und Ich.</strong><br />
Die Münster Mädels haben ja schon einiges an Feedback bekommen. Zur Ästhetik des Stückes fallen mir einige Dinge auf: Der Raum, der teilweise Funktionierte, die Micro&#8217;s und eine gesamt erzeugte Atmosphäre der Intimität. Ein Tagebuchspiel, wurde für mich ein Spiel der leisen Töne. Blenden wir die Musik aus, blenden wir Erinnerungen ein, finden wir, die Anne in uns.<br />
Meine Hypothese ist: Ich habe nicht studiert, habe keine Ahnung von dies und das und schreibe ein Stück. Es wird strotzen vor Naivität, es wird zerrissen von den Wölfen, aber es ist von mir. Ich bekomme Hilfe, von den Großen, die sagen hier und da und mach und tu und wollen helfen. Und ich spiele, das was ich schrieb und habe Freude daran.<br />
Und ich hab&#8217;s gesehen, euer Stück, hab meine Naivität gefunden in euch, habe mich den Erinnerungen hingegeben und einfach genossen. Natürlich kann man Blumen pflücken und in eine (Designer)Vase stellen, nennen wir sie mal Bühne, aber ich kann mich auch auf die Wiese werfen und sie von dort bewundern.</p>
<p><a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/tag/anne-frank-und-ich/">Mehr Stimmen zum Stück von der FZ:  LINKLINKLINK</a></p>
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		<title>Beispielhaft und Herausragend 09.2</title>
		<link>http://keindrama.net/2009/06/07/beispielhaft-und-herausragend-20/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 10:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[ttj 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Theatertreffen]]></category>

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		<description><![CDATA[Amoklauf. Mein Kinderspiel.
Für mich DAS Stück des Festivals. Persönlich eben. Hier sind zwei Punkte für mich von großer Bedeutung.
1. Der Gesang &#8211; &#8220;Man darf sind nicht beklagen, man lebt, man lebt.&#8221;
Ein simples Mittel, doch in der Durchführung unglaublich effektvoll. Ich habe eine Workshop besucht letztes Jahr, bei dem ich etwas über Musikalität von Worten gelernt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Amoklauf. Mein Kinderspiel.</strong><br />
Für mich DAS Stück des Festivals. Persönlich eben. Hier sind zwei Punkte für mich von großer Bedeutung.</p>
<p><em>1. Der Gesang &#8211; &#8220;Man darf sind nicht beklagen, man lebt, man lebt.&#8221;</em><br />
Ein simples Mittel, doch in der Durchführung unglaublich effektvoll. Ich habe eine Workshop besucht letztes Jahr, bei dem ich etwas über Musikalität von Worten gelernt habe. Viel sogar. Danke noch mal Herr Trochelmann, einiges wurde schon in einer anderen Produktion realisiert. ABER was die HOTTEN Leute aus Potsdam da mit mir angestellt haben&#8230; Ein Sprechrhythmus, 6 Spieler, im Gegenlicht. &#8220;Man darf sich nicht beklagen, man lebt man lebt.&#8221;<br />
Was das besondere war, nun, ich schätze viel der Funktionalität lief über die Dauer (10-17min) und die Kontinuität. Der Chor variierte, Tempo und Stimmlagen, Stimmvielfalt und nutzte Pausen. In der Pause ist man kurz erleichtert, gespannt, jetzt geht es weiter!  Dann beginnt der Chor von neuem. Die Reaktionen des Publikums: durchwachsen. Einige schliefen ein, andere wurden aggressiv, manche lachten peinlich berührt. Klatschen mitten drin, Ungeduld. Mir taten die Spieler leid, als einige anfingen zu lachen. Mich machte der Text sehr betroffen und nachdenklich. Jemand sagte hinterher: &#8220;In mir ist etwas zerbrochen&#8221;, konnte aber nicht beschreiben was dieses &#8220;etwas&#8221; war. Die Doppeldeutigkeit dieser Aussage, diese Dramatik ging mir im Nachgang auf. Ich sag mir selbst: &#8220;mir geht es gut, brauch mich nicht beklagen&#8221; und das von der Autorität vorgelebte. Nicht beklagen, nicht beklagen, uns geht es doch gut&#8230; Ausgelöst wurde genau das Gegenteil. Hinterher wollte ich auf die Barrikaden und mich beklagen. (Leider war der Laptop geklaut, sonst hätte der Brauseboy zur Revolution aufgerufen)</p>
<p><em>2. Die Erzeugung einer Meta-Ebene, 3D.</em><br />
Das Stück war zweigeteilt. Mir wurden Gesellschaft gezeigt mit Problemen, ohne Autoritäten, einer daraus resultierenden Jugend mit Problemen, die im zweiten Teil Amok läuft. Der Chor bildete die Brücke zwischen sagen wir Akt 1 und Akt 2. Im Anschluss an den Chor ist etwas passiert auf der Bühne und im Publikum. Die eben noch von Emotionen geprägten Figuren sind analytisch, strukturiert, wirken kühl und abgeklärt. Die Emotionen sind ins Publikum geflossen. Der sich vollziehende Prozess, das planen des Amoklaufs bekommt eine andere Farbe. Was zwischen sozialem Problem und Amoklauf passierte bleibt unbeleuchtet. Bewusst. Jetzt wird der Zuschauer mit auf einen Wandel genommen. Der Amoklauf wird dargestellt im Wandel der Computerspielewelt. Erst Tetresmusik, dann 2D, spielerisch, simpel, deutlich. Die Steigerung folgt, ich finde mich in Counter Strike wieder. Erfahrungswelten kollidieren. Ich höre und sehe ein Spiel, aber ich bin nicht der Akteur, obwohl ich mich wie einer fühle. Die Struktur ist klar, das Ziel auch, der Ablauf, Befehle auf den Ohren sagen mir was passiert. Die Wirkung erzielt durch Sprache und Kostüm. &#8220;Roger That.&#8221; &#8220;Headshot.&#8221; Ich überblicke das Geschehen nicht, trotzdem bin ich wie elektrisiert, hoch konzentriert. Die nächste Stufe kommt. Ich werde aus dem Taktikshooter in die nächste Ebene katapultiert. Hier ist kein niedliches 2D Spiel mehr. Mein Puls steigt. Ich bin im Sog: 3D, Spiel live. Es erinnert mich an Battleflied. Nur ich sitze dazwischen. Ich sehe (gedanklich) Gebäude, Bunker, Infanterie, Scharfschützen, sehe überall Feinde. Nebel, Gewehrschüsse, Granaten die explodieren. Es ist eine Reizüberflutung. Das Spiel wird zur Realität, dadurch absurd, grotesk. Erst jetzt bekommt die Gewalt etwas perverses, etwas sinnloses. Das Spiel hört auf Spiel zu sein.<br />
Ich bin gefangen im Theater, für mich wurde es realistischer als jedes Spiel. Anfassbar, greifbar, benutzte es mir vertraute Mittel, eine mir vertraute Metaebene. Bis zu diesem Tag hielt ich es nicht für möglich meine Computerspiele Erfahrungswelt auf der Bühne zu sehen und zu fühlen.<br />
Der Prozentsatz der Computerspielenden Theatermenschen ist wahrscheinlich eher gering, aber welche Bedeutung die Erfahrungswelt des Zuschauers für das Erlebnis Theater hat, wurde mir an diesem Abend besonders bewusst.</p>
<p><a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/tag/amoklauf-mein-kinderspiel/">Mehr Stimmen zum Stück von der FZ:  LINKLINKLINK</a></p>
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		</item>
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		<title>Beispielhaft und Herausragend 09.1</title>
		<link>http://keindrama.net/2009/06/06/beispielhaft-und-herausragend-10/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 16:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[ttj 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Theatertreffen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Woche TtJ, was bleibt? Das muss ich nicht, aber das darf ich mich fragen. Was bleibt sind Erinnerungen, Eindrücke und Erfahrungen. Gute und schlechte und jeder der dabei war weiß genau was ich meine. Laptop hin oder her, jetzt schreibe ich, weil schreiben spaß macht und ich festhalten will was man nicht festhalten kann.
Dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Woche TtJ, was bleibt? Das muss ich nicht, aber das darf ich mich fragen. Was bleibt sind Erinnerungen, Eindrücke und Erfahrungen. Gute und schlechte und jeder der dabei war weiß genau was ich meine. Laptop hin oder her, jetzt schreibe ich, weil schreiben spaß macht und ich festhalten will was man nicht festhalten kann.</p>
<p><em>Dies ist der erste Versuch ästhetische Erfahrungen in Bytes zu meißeln.</em></p>
<p><strong>Die Stücke:</strong><br />
Peanuts<br />
Bürgen schafft!<br />
Amoklauf. Mein Kinderspiel.<br />
Familiengeschichten<br />
Anne Frank und Ich<br />
Topinambur<br />
Immer spielt ihr und scherzt.<br />
Lieblingsmenschen</p>
<p><strong>Peanuts:</strong><br />
Eine große Nuss, die zu knacken war. Mein erstes Mal&#8230; Comic-Theater. Dinge die ich beobachtet habe: Figuren werden erkannt, mit ihren Macken scharf gezeichnet und das Bühnenspiel erzeugt eine Ebene zwischen skurril und bekannt. Wer die Zeichentrick nicht kennt, sieht eigensinniges anders, das dürfte wohl ein Nebeneffekt sein. Die Bühne in Akt 1, weiß wie eine Leinwand. Farbtupfer springen chaotisch über die Bühne, erzählen eine Geschichte.<br />
Schwierig wirkte: Emotionen als Figur zu zeigen, der Spagat zwischen menschlich und Comic. Ein Genre, welches für mich ganz neu war. Der Auftritt der HOT Gang war eine neue ganz andere Erfahrung. Es war auch der letzte Auftritt der Truppe, aber ein guter Auftakt für das Festival.</p>
<p><a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/tag/peanuts/">Mehr Stimmen zum Stück von der FZ:  LINKLINKLINK</a></p>
<p><strong>Bürgen Schafft!</strong><br />
Wen schafft hier das Bürgen? Der einzigartige Aspekt, neu in dieser geballten Intensität: das Spiel mit der Langsamkeit. Oder in ihrer Langsamkeit. (bayrisch?) Die Bayern schafften, damit eine einzigartige Inszenierung und es wurde wieder eine Dimension des Theaters geöffnet. Tempo in-extremo. Wie wirkte es auf mich? Was machte es mit mir? An einigen Stellen schien zwischen den Zeilen ein Dialog zu laufen, der Beobachter konnte sich in Pausen eine Eigene Version der Geschichte bilden, die dann durch Brüche zum Witz wurden. Die Geschichte bekommt eine neue Wendung, über das Tempo wird mit mir als Publikum gespielt und ich erlebe das Theater anders. Ich muss zugeben, einige Stellen sind anstrengend gewesen, habe sich mir nicht erschlossen, was an meinem Norddeutschen Hirn oder meiner mangelnden Kondition lag. Who knows?<br />
Im Auswertungsgespräch dann Adams Rede die nach Obama suchte. Eine ernste Frage, die ich schätze, euch nicht bei der Erarbeitung beschäftigt hat. Dabei ist ja gerade eure eigene Interpretation des Endes das Besondere am Stück. Da fehlt dieser eine Gedanke. Mal im Ernst, die Revolution beginnt doch im Herzen. Strukturen akzeptieren, doch nicht vor ihnen resignieren, sondern aktiv die Welt gestalten. Findet euch nicht ab mit RTL Soap und Tagesschau! Raus in die Welt und bewegt was!</p>
<p><a href="http://blog.theatertreffen-der-jugend.de/tag/burgen-schafft/">Mehr Stimmen zum Stück von der FZ:  LINKLINKLINK</a></p>
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