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	<title>KeinDrama &#187; Berliner Ensemble</title>
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	<description>Es gibt kein Leben neben Theater.</description>
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		<title>Andorra im Berliner Ensemble</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 11:47:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Ensemble]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 21. Februar 2010 postet keinHamlet das Zitat des Tages: „Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben“ (Max Frisch). Wie passend also, dass man am 23.02.10 dann bei der Inszenierung  von Frischs Andorra im Berliner Ensemble dabei sein konnte. Wer da aber Dabeisein mit Erleben verwechselt hat, waren wohl weniger die Zuschauer als vielmehr die Spieler. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 21. Februar 2010 postet keinHamlet das Zitat des Tages: „Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben“ (Max Frisch). Wie passend also, dass man am 23.02.10 dann bei der Inszenierung  von Frischs <em>Andorra</em> im Berliner Ensemble <em>dabei sein</em> konnte. Wer da aber Dabeisein mit Erleben verwechselt hat, waren wohl weniger die Zuschauer als vielmehr die Spieler. Leider. Raum für Erleben blieb jedenfalls auf keiner der beiden Seiten vom Bühnenrand.</p>
<p><em>Andorra</em> – altbekannter Stoff zumindest für Berliner Schüler. Es geht um einen Juden, der gar keiner ist, aber irgendwann anfängt, die ihm zugeschriebene Rolle anzunehmen; es geht um Wahrheit, Identität, Schuld; um ein schneeweißes Andorra, das sich von den „Schwarzen“ bedroht fühlt, aber letztendlich selbst seine weißen Mauern rot färbt.</p>
<p>Frisch dekliniert in diesem Stück seinen Leitsatz „Du sollst dir kein Bildnis machen“ bis zum (bitteren) Ende durch: In <em>Andorra</em> führt das Bildnis Machen zum Tod. Zu Tod, Zerstörung, Wahnsinn. Auf der Bühne des Berliner Ensembles führt es allerdings nur zu einer oberflächlichen und belanglosen Inszenierung. Denn den Satz „Du sollst dir kein Bildnis machen“ hat sich Spielleiter Claus Peymann ganz offensichtlich nicht zu Herzen genommen. Frischs deutliche Figurenzeichnung mutiert bei Peymanns Spielern zu holzschnittartiger Oberflächlichkeit.</p>
<p>Zum Glück trägt der Soldat (Georgios Tsivanoglou), der Barblin (Judith Strößenreuter) bedrängt und Andri (Thomas Niehaus) schikaniert, Springerstiefel und eine unvorteilhaft sitzende Camouflage-Hose, sonst hätte man ihn ja nicht als Soldat erkannt! Zum Glück ist er dick, ungehobelt und laut – und das in jeder Minute seines Auftritts. Sonst hätte sich ja fast eine Spannung, ein ambivalentes oder gar hin und her gerissenes Verhältnis zwischen ihm und Barblin entwickeln können! Sonst hätte der Zuschauer ja fast einen Moment die scharfe Trennlinie zwischen Gut und Böse aus den Augen verlieren können… So ein Glück auch, dass Barblin am Ende mit kurz geschorenem Haar in Erscheinung tritt – eben so, wie es sich für eine Judenhure und eine, die wahnsinnig geworden ist, gehört.</p>
<p>Peymanns Inszenierung lässt keinen Raum für Nuancen, und damit ebenso wenig für Authentizität. Die Schuld, die Andris Vater (Norbert Stöss) anfängt zu spüren und die ihn schließlich in den Selbstmord treiben wird, wird behauptet, nicht gezeigt. Andris Mutter, die Senora (Ursula Höpfner-Tabori) bleibt farblos, nichtssagend, unnötig. Die scheinbaren Geständnisse der Andorraner , die in Wirklichkeit Versuche sind, die Schuld von sich zu weisen, werden so plakativ inszeniert, dass da nichts bleibt von dem aufrichtigen, verzweifelten Versuch oder auch dem eiskalt kalkulierten Ergreifen der Möglichkeit, sich selbst freizusprechen, nichts von dem Schwanken zwischen Schuldeingeständnis und Sich-selbst-Belügen.</p>
<p>Im Grunde hat Peymann natürlich Recht: Der Verrat, die Schuld sind groß, nicht klein, nur schade, dass sie eben auch so groß dargestellt werden, und nicht auch in ihrer Ambivalenz, in ihren kleinen Zeichen. Das Urteilen wird dem Zuschauer nicht schwer gemacht, aber genau das ist es im wirklichen Leben. Genau das ist es auch in Frischs Textvorlage. Aber im Berliner Ensemble macht sich der Zuschauer ein Bildnis. Und wird dem Stück damit am allerwenigsten gerecht.</p>
<p>Trotz allem – dank der ausgezeichneten Textvorlage und dem bemühten Spiel von Thomas Niehaus und Judith Strößenreuter geht der Zuschauer dann eben doch berührt aus dem Theatersaal. Es bleibt eben dabei: Unrecht und Leid lassen nicht kalt. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass nicht zu viele Berliner Schüler in diese Inszenierung geschickt werden – sie könnten am Ende denken, dass eben doch alles so einfach ist, wie die Andorraner vorgeben.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p><a href="http://www.berliner-ensemble.de/repertoire.php?c=1"><em>Andorra</em> im Berliner Ensemble &#8211; zunächst zu sehen am 16.03.2010</a></p>
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		<title>Parasit – oder die Kunst sein Glück zu machen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 00:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Ensemble]]></category>
		<category><![CDATA[Der Parasit]]></category>
		<category><![CDATA[Schiller]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerne erinnere ich mich an den gestrigen Abend im BE. Gerne halte ich ein paar Gedanken fest, die meine Begleiter und ich hatten, diskutierten und uns nachdenklich machten. Ich würde den Abend als gelungen, interessant, als Kunst, die etwas auslöste bezeichnen, auch wenn das Stück nicht kräftig nach „vorne“ ging. Es wurden Akzente gesetzt, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerne erinnere ich mich an den gestrigen Abend im <a href="http://www.berliner-ensemble.de/repertoire.php?c=1&amp;id=49#">BE</a>. Gerne halte ich ein paar Gedanken fest, die meine Begleiter und ich hatten, diskutierten und uns nachdenklich machten. Ich würde den Abend als gelungen, interessant, als Kunst, die etwas auslöste bezeichnen, auch wenn das Stück nicht kräftig nach „vorne“ ging. Es wurden Akzente gesetzt, die auf Komödie (Parodie und Witz) hinwiesen, mir aber keine Lacher entlockten. Das Spiel schien Phasenweise zu einem Lehrstück umfunktioniert.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="BE" src="http://keindrama.net/wp-content/uploads/BE.gif" alt="" width="120" height="105" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Schein regiert die Welt</strong></p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>Inhalt: Narbonne, ein Minister des Königs, lässt sich durch einen Heuchler namens Selicour blenden, erkennt aber am Ende des Stückes, dass er dem Schein Selicours erlegen war und revidiert seine Entscheidungen.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.webnews.de/http://www.berlin-and-more.de/Veranstaltung/Buhne/helge-schneider-kramt-in-der-augsburger-puppenkiste-nach-moliere.html">Quelle: Kritik auf &#8220;berlin-and-more&#8221;</a></p>
<p style="text-align: justify;">Es waren tolle spielerische Leistung die Geboten wurden. Das Konzept zeigt einen 7-teiligen Silicour, alle Figuren in Puppenform und eine beeindruckendes Bühnenbild, was unglaublich viele Möglichkeiten bot und großartig bespielt wurde. Rollensplitting ist ja „alt wie Steinkohle“ und übt bietet zum Beispiel die Möglichkeit Vielschichtigkeit und Universalität auszudrücken. (Das Böse hat viele Gesichter). Bestimmte Gesten und Aktionen wurden Musikalisch von einem Musiker unterlägt, machte die kleine Welt noch plastischer. Teilweise befand man sich in der Puppenkiste, bekam die Handlung vorgesetzt, vorhersehbar, Häppchenweise. Interessant zuzusehen war es dadurch, dass im Wechselspiel mit dem Bühnenbild skurrile Szenen entstanden, der 7geteilte Silicour schnell an mehreren Orten war und agierte. Die entstandene Dynamik ging aber oft durch die scheinbar eingeschränkten Bewegungen der PuppenMenschen verloren.</p>
<p style="text-align: justify;">Die kleinen Menschen, mit künstlichem Körper, wirkten alle sehr „kopflastig“, als wenn ihr Kopf das einzig Normale an ihnen wäre. In den Gesprächen kamen wir zu einer Ego orientierten Gesellschaft, diesen Schluss jetzt auf die Aussage des Stückes zu projizieren, wäre vielleicht etwas weit gedacht.</p>
<p style="text-align: justify;">Beeindruckend fand ich die Umsetzung der Rollen beispielsweise von dem „Gutmensch“ Firmin (gespielt von Roman Kaminski), der so selbstlos und gutgläubig war. Ich habe mit ihm gelitten und gefiebert. Am liebsten hätte ich manchmal geschrien: „LASS DIR DAS NICHT BIETEN“. Aber am Ende siegt das Gute, auch wenn sich Firmin völlig undramatisch erschießt, woran übrigens kaum jemand Anteilnahme nahm.(das ist als Kritik zu verstehen) Scheint alles egal, denn kurz darauf singen ja alle im „Musical Stil“:</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>„Die kriechende Mittelmäßigkeit kommt weiter als das geflügelte Talent, der Schein regiert die Welt, und die Gerechtigkeit ist nur auf der Bühne.“</p></blockquote>
<p><img class="alignnone" title="BE - Parasit" src="http://keindrama.net/wp-content/uploads/BE_2s.jpg" alt="" width="500" height="350" /></p>
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