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	<title>KeinDrama &#187; Oper</title>
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	<description>Es gibt kein Leben neben Theater.</description>
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		<title>2. Lange Nacht der Opern und Theater</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 12:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<description><![CDATA[Letztes Jahr, letztes Jahr war es so schön, dass dieses Jahr alle noch mal wollten und noch mehr wollten, und so konnte man dann am 10. April 2010 die 2. Lange Nacht der Opern und Theater in Berlin erleben. Und? Es war wieder schön. So schön!
Man hatte die Auswahl zwischen 68 Bühnen auf acht verschiedenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztes Jahr, letztes Jahr war es so schön, dass dieses Jahr alle noch mal wollten und noch mehr wollten, und so konnte man dann am 10. April 2010 die <strong><a href="http://web1.heimat.de/theaternacht-berlin/index.php">2. Lange Nacht der Opern und Theater</a></strong> in Berlin erleben. Und? Es war wieder schön. So schön!</p>
<p>Man hatte die Auswahl zwischen 68 Bühnen auf acht verschiedenen Bus-Shuttle-Routen,  konnte die ganz großen Häuser besuchen, die kleinen und noch kleineren kennen lernen, und Berlin als Theater-Stadt neu entdecken. Das Programm umfasste von Theater, Tanz und Performance bis zu Konzert, Lesung und Mitmach-Angeboten wahrscheinlich alles, was man sich auf Bühnen so vorstellen kann. Was man dann davon tatsächlich in dieser Nacht erlebt hat, hat man entweder dem Zufall überlassen oder genauestens geplant oder beides, möglich war jedenfalls alles: mit Minuten-Zeitplänen zum Theaterglück oder sich einfach treiben lassen, mitnehmen lassen vom Dramastrom. Das Programm war vielfältig, sorgfältig zusammengestellt, übersichtlich aufgeführt im mit der Karte erhaltenen Programmheft, gut zu erschließen dank Shuttle-Service, und man hatte in dieser Nacht das Gefühl, dass alle so offen waren, nicht nur die Besucher für neue Erfahrungen und neue Orte, sondern auch die Veranstalter für neue Besucher und neue Möglichkeiten, stolz auf das eigene Haus und das eigene Programm, jedenfalls so offen… Freundliches Service-Personal überall, das einem das Programm  und den Weg über Treppen in Säle erklärt hat, enthusiastische Moderatoren, sprühende Künstler. Dass die Nacht für alle Beteiligten lang war, war jedenfalls niemandem anzumerken. Da war nur dieses Gefühl von Offenheit und Gemeinsamkeit, im Foyer beim Warten, im Theatersaal beim Zugucken, in der U-Bahn beim Im-Programmheft-Blättern.</p>
<p>Ja, es war schön. Wenn eine ganze Stadt Theater atmet. Schade, dass es nicht jede Nacht so ist. So müssen wir bis zum nächsten Jahr warten. Aber das macht ja nichts, denn bis dahin haben wir wenigstens genug Zeit, um uns alles anzusehen, was wir am letzten Samstag nicht geschafft haben, und überall noch mal hinzugehen, wo es uns gefallen hat. Also ist es vielleicht doch ganz gut, dass die Lange Nacht der Opern und Theater nur einmal im Jahr stattfindet. Sonst wären wir ja nur noch im Theater.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
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		<title>Ein Highlight in der Komischen Oper &#8211; Brechts Mahagonny</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 13:39:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Aufstieg und der Fall der Stadt Mahagonny – ein Stück, dass seine Geschichte schon im Titel trägt. In Brechts Oper werden verschiedene Lebensmodelle, die in einer Stadt verwirklicht werden könnten (oder werden?), vorgeführt.
Mahagonny soll eine Alternative zu den großen Städten sein, zu all dem Rauch, dem Schmutz, der Arbeit. Mahagonny soll Vergnügen bieten, eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Aufstieg und der Fall der Stadt Mahagonny</strong> – ein Stück, dass seine Geschichte schon im Titel trägt. In Brechts Oper werden verschiedene Lebensmodelle, die in einer Stadt verwirklicht werden könnten (oder werden?), vorgeführt.</p>
<p>Mahagonny soll eine Alternative zu den großen Städten sein, zu all dem Rauch, dem Schmutz, der Arbeit. Mahagonny soll Vergnügen bieten, eine Paradiesstadt sein. Man will Ruhe und Eintracht: Es werden Whiskey, Mädchen und Boxkämpfe geboten, dafür wird bezahlt und man hält sich an Regeln. Man macht keinen Lärm. Man schont die Stühle. Aber dieses Konzept der Überregulierung scheitert: Langeweile kommt auf, und richtiges Glück stellt sich auch nicht ein. Aus dieser Situation führt Jim Mahoney, der in der Nacht, in der die Stadt von einem Hurrikan bedroht wird, die „Gesetze der Glückseligkeit“ findet; die bestehenden Regeln werden aufgehoben, der neue Leitsatz lautet: Du darfst! „Wir brauchen keinen Taifun!/ Denn was er an Schrecken tun kann/… das können wir selber tun!“ Aber auch dieser Versuch der extremen Deregulierung scheitert: Die Stadt endet im Chaos und in der Anarchie, Jim Mahoney wird hingerichtet, weil er kein Geld mehr hat. Fazit: Ein Leben in der Stadt scheint unmöglich, ebenso wie Liebe und Freundschaft in einer Welt, die vom Geld bestimmt wird.</p>
<p>Und dieses Stück kam nun in der <strong>Komischen Oper</strong> auf die Bühne, <strong>am 04.03.10</strong> leider zum letzten Mal in dieser Spielzeit.</p>
<p>Ein Brecht-Stück tatsächlich in einer Oper zu sehen, nicht mit Schauspielern, sondern mit Opernsängern wirkt anfangs etwas befremdlich.  Aber dann gewöhnt man sich schnell an die Dauer-Präsenz der Orchestermusik und an die (wirklich fast ausschließlich) gesungenen Texte. Im Prinzip würde auch keine Form besser passen zu dem von Brecht gewählten Stoff: Wirkliche Kommunikation gibt es in Mahagonny nicht. Die fast einzigen wirklichen Dialoge sind Verhandlungen. Ansonsten bleibt jeder mit sich allein, und wie könnte man das besser verdeutlichen als mit den Mitteln der Oper? Denn Gesang isoliert Figuren meistens voneinander, legt den Fokus aus den Einzelnen, nicht das Gemeinsame. Wichtige Ausnahme bildet hier natürlich jede Form des Chorgesangs. Und die Chöre, die Robert Heimann dem Publikum hier bietet, vor allem die Männerchöre, gehören zweifelsohne zu den Höhepunkten des Abends.</p>
<p>Ansonsten sind gesangliche Höhepunkte (wie oft in den Berliner Opern) an diesem Opern-Abend rar gesät. Aber die Sänger hätten auch heiser sein können oder alle Töne verfehlen – es hätte fast nichts ausgemacht. Denn diese Inszenierung von Brechts Oper durch Andreas Homoki ist eine so kluge, so wohldurchdachte, dass der Abend so oder so zum Fest wird. Bühnenbild, Kostüme, die Projektion von Brechts Regieanweisungen, Requisiten, die Spieler werden der Textvorlage so gerecht, dass es fast unheimlich ist. Auf jeden Fall: unheimlich gut. Besonders in der zweiten Mahagonny-Phase kann man sich kaum sattsehen an all der Völlerei und Wollust, den bonbonfarbenen Glitzer-Kleidern und Schimmer-Sakkos; selbst das wahrlich verbrauchte Bild des Geld-in-die-Luft-Werfens wirkt nicht verbraucht, sondern echt. Man sieht Stadtbewohnern dabei zu, wie sie in ihren Untergang gehen, und es schaudert einen. Jims Freund Jakob frisst sich zu Tode. Die projizierte Regieanweisung lautet: Er fällt tot um. Aber Jakob fällt nicht tot um: Er bricht in Lachen aus. Das ist das wahre Grauen.</p>
<p>Mit solchen klugen Regieeinfällen macht Andreas Homoki seine Inszenierung vom Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny zu einer herausragend gelungenen. Die einzige Frage, die man wohl stellen könnte, ist, warum sich Dramaturg Werner Hintze für die Textfassung von 1930 entschieden hat, obwohl Brecht später seine Oper (wie die meisten seiner Stücke) noch einmal überarbeitet und aktualisiert hat. In seiner Fassung von 1955 entfällt der starke Amerika-Bezug, was die Geschichte Mahagonnys übertragbarer und allgemeingültiger werden lässt, während auch etwas hinzu kommt: Hoffnung. Am Ende erkennt Jim Mahoney (der da allerdings Paul Ackermann heißt), dass das Glück, was er in Mahagonny gefunden hat, kein echtes Glück war. Denn Freiheit kann man nicht kaufen. Wo Erkenntnis möglich ist, da besteht Hoffnung. Eine Hoffnung, die in der Inszenierung der Komischen Oper fehlt. Aber das ist vielleicht gar nicht so schlimm – wo doch schon so viele andere Hoffnungen an diesem Abend erfüllt worden sind. Zum Beispiel die Hoffnung auf einen gelungenen Opernabend. Was zu hoffen bleibt – dass das Stück so bald wie möglich wieder in den Spielplan aufgenommen wird.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p><strong><em>Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny</em> in der Komischen Oper Berlin</strong> –<a href="http://www.komische-oper-berlin.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_cluster=72424&amp;id_event_date=0&amp;id_language=1."> Infos und Video Hier.</a></p>
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