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	<title>KeinDrama &#187; Rezension</title>
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	<description>Es gibt kein Leben neben Theater.</description>
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		<title>Hedda Gabler in der Schaubühne</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 22:08:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hedda Gabler ist eine echte Inkarnation des Bösen. Und ist es nicht interessant: Wann immer man auf eine solche in weiblicher Form stößt, sei es in der Literatur, im Film, im Theater, so ist es doch meistens eine, die der vollen Weiblichkeit entspricht – falls es so etwas überhaupt gibt –, die ihre erotischen Reize [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hedda Gabler ist eine echte Inkarnation des Bösen. Und ist es nicht interessant: Wann immer man auf eine solche in weiblicher Form stößt, sei es in der Literatur, im Film, im Theater, so ist es doch meistens eine, die der vollen Weiblichkeit entspricht – falls es so etwas überhaupt gibt –, die ihre erotischen Reize zur Waffe macht, immer oszillierend zwischen Eros und Thanatos. Gefährlich und sexy. Oder: Gefährlich, weil sexy. So sind die weiblichen Bösen der Kulturgeschichte.</p>
<p>Erfrischend spröde dagegen erscheint dem Zuschauer die Hedda Gabler der Schaubühne. Katharina Schüttler hat alles Warme – und eben auch alles Heiße – aus ihrer Figur verbannt: Sie ist die Inkarnation des Bösen, weil sie mit jeder Faser ihres Körpers Kühle, Härte und Gleichgültigkeit gegen andere verkörpert – und das selbst beim Anbandeln mit dem Anwalt ihres Mannes, bei der Wiederbegegnung mit ihrem Früher-mal-Geliebtem. Sie scheint resistent gegen die Gefühle und Schicksale ihrer Mitmenschen, kann weder für Mann noch potentiellen Geliebten noch Freundin Mitleid aufbringen.  </p>
<p>In charmanten Gegensatz zu ihr setzt sich gekonnt Lars Eidinger, der als Heddas Mann seine Figur die volle Harmlosigkeit verkörpern lässt. Jörgen Gabler, ein aufstrebender Historiker mit Professuraussicht, ist ich-bezogen und verblendet; obwohl seine ganze Sorge seiner Frau, ihrem Wohlbefinden und der gemeinsamen Zukunft gilt, ist er doch nicht in der Lage, Heddas wahren Charakter und ihre wahren Bedürfnisse zu erkennen. Er jagt Idealbildern nach, hält Illusionen aufrecht, ohne Sinn für die Realität, ohne zu merken, dass seine Ehe auf Lügen aufgebaut ist. Und dabei spielt Eidinger diesen Jörgen so wunderbar naiv, unendlich unbedarft, unendlich gutherzig.</p>
<p>Trotz dieser eindeutig scheinenden Sympathieverteilung gelingt es Regisseur Thomas Ostermeier in seiner klugen Inszenierung, das Gleichgewicht zu halten. Er macht dem Zuschauer das Urteilen schwer, denn in diesem Stück von Henrik Ibsen trägt jede Figur eine Teilschuld. Sie alle leben in ihren Scheinwelten mit ihren Scheinwahrheiten, belügen sich selbst und benutzen andere, um ihre Lügen aufrecht erhalten zu können. Sie schaffen Abhängigkeiten, um sich selbst Konsistenz zu geben. Es geht um Macht und um die Frage nach Aufrichtigkeit.</p>
<p>Den Darstellern gelingt es sehr gut, diese Themen herauszukristallisieren und den Text immer wieder stärker zu spielen, als er in dieser furchtbaren und unpassend modernisierten Fassung, die die Schaubühne präsentiert, eigentlich ist. Man sieht den Figuren dabei zu, wie sie einander und sich selbst zugrunde richten, und das zu lakonischer Beach-Boys-Musik: „I may not alwyas love you/ but long as there are stars above you“. Und: „God only knows, what I’d be without you.“</p>
<p>Zum Schluss weiß auch der Zuschauer, what he&#8217;d be without her: Hedda erschießt sich, Jörgen bleibt zurück. Die Inszenierung unterstellt: mit altem Freund und alter Tante, vielversprechendem Buchprojekt und neuer Freundin in Aussicht. Das wirkt frech sarkastisch in Anbetracht dessen, was in den letzten zwei Stunden da auf dieser wunderbaren Drehbühne mit Spiegeleinsatz und Videoprojektionen alles kaputt gegangen ist. In Beziehungen. In Menschen. Aber vielleicht – ist es ja im wirklichen Leben manchmal tatsächlich so.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p>&#8220;Hedda Gabler&#8221; in der Schaubühne am Lehniner Platz. Gesehen am 05.06.10. Weitere Infornationen <a href="http://www.schaubuehne.de/de_DE/program/repertoire/9411">hier</a>.</p>
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		<title>Eine Lange Nacht der Opern und Theater&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 12:33:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230; eine von vielen.
19:00 THEATER AN DER PARKAUE: Staatsballett Berlin zu Gast im Theater an der Parkaue
Zuerst war man doch etwas verwirrt: Im Programm stand doch etwas von „Schneewittchen – mit den Mitteln des modernen Tanzes wird das alte Märchen neu erzählt“? Und wo war man da gelandet? Da waren keine Zwerge und kein Prinz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; eine von vielen.</p>
<p><strong>19:00 THEATER AN DER PARKAUE:<a href="http://www.staatsballett-berlin.de/home2/index.php"> Staatsballett Berlin</a> zu Gast im <a href="http://www.parkaue.de/">Theater an der Parkaue</a></strong></p>
<p>Zuerst war man doch etwas verwirrt: Im Programm stand doch etwas von „<em>Schneewittchen</em> – mit den Mitteln des modernen Tanzes wird das alte Märchen neu erzählt“? Und wo war man da gelandet? Da waren keine Zwerge und kein Prinz, da war nur eine Frau in schlabbriger Kleidung mit Mikro vorm Mund, die ein paar Tänzern in Trainingskleidung Begriffe wie „Pas de Bourré“ und „Changement“ zurief und dabei selbst auch gleich mal mittanzte. Aufgeregtes Blättern im Programmheft: Ach, da stand es ja – „Lecture Demonstration mit Solisten und Corps de Ballet“. Was das <strong>Staatsballet</strong> einem da bot, war weniger ein Blick auf die Bühne, als ein Blick hinter die Kulissen. Und gerade das machte es dann auch so besonders. Die Frau mit dem Mikro vorm Mund konnte nämlich eine ganze Menge erklären: über die Beschaffenheit des Bodens, den Aufbau eines Trainings, die Schwierigkeiten und Freuden eines Balletttänzers und natürlich auch die einzelnen Bewegungen und Posen – und das alles sehr sympathisch und angenehm locker. Und <em>Schneewittchen</em> kam ja dann auch noch auf die Bühne – in Form einer öffentlichen Probe verschiedener Szenen, mal mit, mal ohne Musik, immer mit Erläuterungen, diesmal von einer anderen Dame, die das Ganze aber eben so informativ und sympathisch gestaltete wie die erste. Die Demonstration des Staatsballetts entpuppte sich als Highlight für alle Freunde oder auch Noch-nicht-Kenner des Balletts und machte Lust auf mehr. Und wenn man jetzt das nächste Mal in einem Ballett sitzt, hat man bestimmt noch die beiden Damen im Ohr – und fühlt sich ein bisschen wie ein Insider.</p>
<p><strong>21:00 <a href="http://www.stage-entertainment.de/">THEATER AM POTSADAMER PLATZ</a>: Dirty Dancing</strong></p>
<p>Die schönsten Szenen aus<em> Dirty Dancing</em> sollten einem da geboten werden. Und das wurden sie auch: Von der Wassermelonen-Szene über das erste Tanz-Training bis zur legendären „Mein Baby gehört zu mir“-Stelle war alles dabei. Und hinterließ nichts als den einen Gedanken: Da guckt man sich lieber den Film an. Denn auf dieser Bühne wurden einem lieblose, hektische und viel zu überladene Choreographien geboten, uninteressante Bühnenbilder, mittelmäßige Sänger und kaum zu ertragene Schauspieler. Übertreibung und Überspitzung, bis kein Quäntchen Natürlichkeit mehr übrig bleibt, bis nichts mehr authentisch oder echt wirkt, bis nichts mehr berührt. Da bleibt man lieber bei Patrick und Jennifer und auf dem heimischen Sofa.</p>
<p><strong>22:00 SOPHIENSAELE: Die längste Nacht mit Turbo Pascal</strong></p>
<p>Wer noch nie in den <a href="http://www.sophiensaele.com/"><strong>Sophiensälen</strong> </a>war, der musste sich an diesem Abend einfach verlieben. In den rau-romantischen, provisorischen Charme dieses Aufführungsortes, des historischen Gemäuers des ehemaligen Handwerkervereinshauses in der Sophienstraße. Die Performance-Gruppe <strong>Turbo Pascal</strong> leitete ihr Programm auch gleich mit einer grüppchenweisen Führung durch den Festsaal ein. Da wurden einem die Notausgänge erklärt, schließlich ist hier alles aus Holz, und wenn der Mob einmal in Bewegung ist… Da wurde einem erklärt, an welchem Punkt der Gegenwart wir uns befinden, und was sich von da entwickeln kann, dann wurde man platziert. Und weiter geht die Performance. Das Programmheft versprach: „<em>Turbo Pascal</em> erfindet unterschiedliche Szenarien für eine lange Nacht im Festsaal der Sophiensäle oder unterwegs in Berlin: düstere, romantische oder revolutionäre Szenarien, die man am nächsten Morgen wieder vergessen möchte oder auch nicht.“ Düster wurde es tatsächlich, nämlich in Form eines vorgetäuschten Stromausfalls im Festsaal, Romantik kam aber irgendwie so gar nicht auf (trotz Dunkelheit), und von Revolution oder revolutionärem Lüftchen möchte man dann auch nicht reden. Das Szenario, das <em>Turbo Pascal</em> da erfand, war dann das folgende: Stromausfall, auweia, können wir jetzt gar nicht raus aus dem Festsaal (dieser Zusammenhang blieb übrigens so vage, wie er jetzt erscheint), müssen wir schnell Licht mit unseren Handys machen und Essen einsammeln und Trinken, hui ist das lustig, dann lesen wir noch aus einem Buch einer Zuschauerin, damit es beim Kulturprogramm bleibt, dann geht das Licht wieder an und alle werden entlassen, hui ist das lustig. Was ist Performance? Eine gute Performance bringt die Zuschauer aus dem Konzept, lässt sie sich unsicher und unwohl fühlen, bindet sie so ein, dass sie sich nicht entziehen können, lässt sie durcheinander geschüttelt und im besten Fall aufgerüttelt zurückbleiben – auf jeden Fall nachdenklich. Bei dieser Performance von <em>Turbo Pascal</em> war allerdings alles so vorhersehbar, so unaufregend, so allbekannt – es ließ einen schlichtweg kalt. Das war eine ganz nette Comedy-Performance, einigermaßen unterhaltsam, aber am Ende doch – belanglos.</p>
<p><strong>23:30 KOMISCHE OPER BERLIN: Die schönsten Operntode II</strong></p>
<p>Ja, die <strong><a href="http://www.komische-oper-berlin.de/">Komische Oper</a></strong> kommt in letzter Zeit auf diesem Blog wohl immer gut weg, und so auch in diesem Beitrag: Es war ein Highlight. Die Solisten Erika Roos (Sopran), Jan Martinik (Bass) und David Williams (Bariton) präsentierten ihre Lieblingsarien zum Thema Tod zu einer Klavierbegleitung und sympathisch altmodischen Bühnenbild mit Sarg, Schädel und Kerzen, bevor Erika Roos und Jan Martinik zusammen mit Adrian Strooper und Elisabeth Starzinger noch einen Part aus Mozarts Requiem sangen. Durch den Abend führte ein freundlich enthusiastischer Moderator, der neben Informationen zu Werken und Sängern auch einige Kalauer parat hatte, und den Abend auf den Punkt brachte: „Nirgendwo wird so schön gestorben wie in der Oper.“ Nein, nirgendwo. Denn tatsächlich gestorben ist an diesem Abend nur Erika Roos (David Williams besang zum Beispiel Papagenos halbherzige Selbstmorddrohungen, die ja dann durch das unverhoffte Auftauchen Papagenas zerschlagen werden), und das war tatsächlich unbeschreiblich schön. So einen Sopran hört man wohl selten auf den Berliner Bühnen: Sie sang so klar, so sauber, dabei aber so unverkrampft und locker-leicht, wie es sein sollte. Da wurde kein Ton gequetscht, herausgepresst, nichts, wirklich nichts war von all der Anstrengung zu hören, die es kostet, solche Höhen zu erreichen, wie sie Erika Roos an diesem Abend erreicht hat: Es war einer meiner schönsten Opern-Momente. Wenn es Menschen gibt, die in der Oper weinen müssen, weil es so schön ist – an diesem Abend konnte man sie verstehen. So saß man mit aufgestellten Arm- und Nackenhaaren in den Opernsessel verkrampft und wollte, dass es nie, nie aufhört, dass sie nie, nie stirbt diese wunderbare Sopranistin, dass sie immer weitersingt, dass diese Lange Nacht zur längsten aller Nächte wird – man wurde enttäuscht. Irgendwann erdolchte sie sich selbst. Um dann für tosenden Applaus wieder aufzuerstehen. Ein Applaus, der vielleicht nicht nur diesen Arien in der Komischen Oper galt – sondern einer ganzen Langen Nacht.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p>Alles zur 2. Langen Nacht der Opern und Theater findet man <a href="http://web1.heimat.de/theaternacht-berlin/index.php">hier</a>.</p>
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		<title>Der Amoklauf in der Box</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 10:02:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Deutsches Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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		<description><![CDATA[Amoklauf mein Kinderspiel (Thomas Freyer) am 06.04.10 in der Box des Deutschen Theater. Regie: Felicitas Brucker.
Drei Jugendliche, die keine Namen haben, aber Geschichten.  Geschichten und – Rollen. Jeder ist mal jemand Anderes: die Mutter, der Vater, die andere Mutter, der Schulhausmeister, der Lehrer, die Direktorin. Man erzählt seine Geschichte, indem man in Rollen schlüpft, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Amoklauf mein Kinderspiel</em> (Thomas Freyer) am 06.04.10 in der Box des Deutschen Theater. Regie: Felicitas Brucker.</p>
<p>Drei Jugendliche, die keine Namen haben, aber Geschichten.  Geschichten und – Rollen. Jeder ist mal jemand Anderes: die Mutter, der Vater, die andere Mutter, der Schulhausmeister, der Lehrer, die Direktorin. Man erzählt seine Geschichte, indem man in Rollen schlüpft, die anderen auf der Bühne in Rollen schlüpfen lässt, indem man einen Hauskittel anzieht, eine Gitarre in die Hand nimmt, einen Apfel wirft. Nichts ist statisch, nichts ist fest, alles ist Spiel. Ernstes Spiel. Denn da auf der Bühne geht es um Überdruss, um Verlorenheit und Suche, um Auflehnung und Resignation; es geht um Kotzen nach dem Essen, Gewalt gegen andere, Gewalt gegen sich selbst – eine Scherbe durchtrennt die Haut am Knie: „Das Blut ist warm, wie Haut unter der Decke.“</p>
<p>Wie eine Scherbe, die Haut durchtrennt, kommt einem auch der Text von Thomas Freyer vor. Es gibt kein Entrinnen, man kann sich nicht entziehen – nicht dieser sehr genauen Sprache, die immer an der richtigen Stelle ansetzt, nicht ihrer ganzen Brutalität, der Wucht, mit der der Zuschauer von ihr, von dem Stück getroffen wird. <em>Amoklauf mein Kinderspiel</em> ist kein angenehmes Stück. Man fühlt sich nicht wohl, keine Minute. Man möchte die Augen schließen, vielleicht noch viel lieber die Ohren, man möchte alles stoppen, nicht wissen, wo es hinführt, nicht wissen, wie es dazu kam. Das Spielerische, das Leichte kommt einem so unpassend vor in Anbetracht der fast schon grausigen Verlorenheit der Figuren, dass man es kaum aushält. Die Verspieltheit zieht einem den Boden unter den Füßen weg, weil sie genau eins nicht erlaubt: Betroffenheit. Und ist Betroffenheit nicht das, was wir bei einem Amoklauf vor allem empfinden, empfinden wollen? Vielleicht auch noch Wut. Aber bei diesem Stück kommt keine Wut auf, auch kein Mitleid, nicht für die drei Jugendlichen, nicht für ihre Eltern, nicht für die Lehrer. Denn man kennt diese Jugendlichen. Die ein Hakenkreuz an die Schulmauer schmieren. Die heute keinen Hunger haben. Die Angst vor Mathe haben. Und man kennt auch diese Eltern, die fragen: „Was ist denn los?“, die Handtücher im OTTO-Katalog bestellen, die heute Abend mal wieder fernsehen. Und wir kennen diese Lehrer, ihre Ratschläge, ihre Ermahnungen. Und genau deswegen wird es einem in diesem Stück so oft so mulmig zumute: Weil man so viel von dem, was da auf der Bühne erzählt wird, kennt. Und es dadurch so nah ist.</p>
<p>Das ist eine der großen Stärken des Stücks: Die Figuren, ihre Sprache wirken authentisch und sind trotzdem in hohem Maße durchkonstruiert und poetisch. Dass das aber so deutlich wird, dass jedes Wort trifft, ist an diesem Abend vor allem den Spielern (Gabór Biedermann, Olivia Gräser und Ole Lagerpusch) zu verdanken. Sie arbeiten den Text heraus in seiner ganzen Klarheit, in seiner ganzen Scherbenschärfe und spielen wunderbar leicht miteinander, ihren vielen Rollen und all den Requisiten, die sich in der übermächtig scheinenden Schrankwand verbergen. Von den Spielern werden sie zutage gefördert, jedesmal wie zufällig, und dann fliegen die Äpfel, die Ordner, die Schals.</p>
<p>Gabór Biedermann und Olivia Gräser machen ihre Sache gut, wenn sie schreien oder flüstern oder singen. Man nimmt ihnen ab, was sie da verkörpern, ohne zu zögern. Aber Ole Lagerpusch nimmt man nichts ab – keinen Moment zweifelt man daran, dass er all das IST, was er da darstellt. Selten sieht man auf den Berliner Theaterbühnen einen Schauspieler, der so schnell, so überzeugend seinen Ausdruck wechseln kann, der mit seiner Mimik arbeitet, als sei sie Knete, dem die Augen zucken können, die Hände, dann wieder lacht der die Zuschauer aus, Selbstsicherheit in seinem Blick, in seiner Haltung: Er IST jede Nuance seiner Rollen, in die er von einer Minute zur anderen schlüpfen kann. Wenn die Box des DT nicht so intim wäre, man wäre beim Schlussapplaus aufgesprungen und hätte geschrien: Bravo!</p>
<p>Wenn die Box des DT nicht so intim wäre. Und wenn einem nach diesem Stück das Schlucken nicht so schwerfiele.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p>Alle Infos zum Stück und weitere Termine findet man <a href="http://www.deutschestheater.de/spielplan/premieren/amoklauf_mein_kinderspiel/">hier</a>.</p>
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		<title>Premiere im Deutschen Nationaltheater Weimar</title>
		<link>http://keindrama.net/2010/03/30/premiere-im-deutschen-nationaltheater-weimar/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 13:07:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Premiere]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[- Premiere von John Gabriel Borkman (Henrik Ibsen) am 27.03.2010 am Deutschen Nationaltheater Weimar -
Zum Glück haben wir die Wirtschaftkrise: Die bietet Erklärung für jedes Aua-Aua am Herzen und an der Seele und füllt ganz nebenbei den Spielplan. Weil es doch sonst immer so schwierig ist, die richtigen Geschichten auszuwählen. Die Geschichten, die man erzählen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>- Premiere von <em>John Gabriel Borkman</em> (Henrik Ibsen) am 27.03.2010 am Deutschen Nationaltheater Weimar -</strong></p>
<p>Zum Glück haben wir die Wirtschaftkrise: Die bietet Erklärung für jedes Aua-Aua am Herzen und an der Seele und füllt ganz nebenbei den Spielplan. Weil es doch sonst immer so schwierig ist, die richtigen Geschichten auszuwählen. Die Geschichten, die man erzählen möchte.</p>
<p>Die Geschichte von John Gabriel Borkman (Detlef Heintze), der Ibsens vorletztem Stück den Titel gibt, wollte das DNT Weimar jedenfalls deswegen erzählen, weil er doch mal Bankdirektor war. Das nur geworden ist, weil er bereit war, für diese Stelle seine große Liebe Ella (Elke Wieditz) zu opfern. Eine andere zu heiraten. Ihre Schwester, um genau zu sein. Und dann hat er auch noch die ihm anvertrauten Gelder zum Kauf von Aktien eingesetzt – ohne das Wissen seiner Kunden. Schließlich wollte er doch ein Wirtschaftsimperium aufbauen! Stattdessen kommt er wegen Veruntreuung für fünf Jahre ins Gefängnis. Ella zieht in dieser Zeit Borkmans Sohn Erhart (Christian Ehrich) auf und versorgt seine Frau – ihre Schwester – finanziell. Als Borkman entlassen wird, zieht er sich völlig zurück. Von seiner Frau, seinem Sohn, der Gesellschaft; lebt acht Jahre lang ganz allein in der oberen Etage seines Wohnhauses. Und an dieser Stelle setzt das Stück ein. Das jetzt so fabelhaft zum Thema Wirtschaftskrise passt! Oder nicht?</p>
<p>Es ist ein Trugschluss: Nicht jeder Text, in dem das Wort „Bank“ vorkommt, beschreibt, was die Wirtschaft mit den Menschen macht. In <em>John Gabriel Borkman</em> geht es darum, wie eine Familie mit Schande umgeht. Mit dem gesellschaftlichen und finanziellen Verfall. Mit einem Verbrecher als Familienoberhaupt. Es geht darum, wie die Hoffnungen und Ziele einzelner Familienmitglieder miteinander verknüpft sind, wie Erwartungen entstehen – und Enttäuschung.</p>
<p>Borkmans Frau Gunhild (Petra Hartung) hatte sich ein anderes Leben erträumt. Nicht in der Abhängigkeit ihrer Schwester, nicht im Schatten eines Ex-Sträflings. Ihr Sohn soll für Rehabilitierung sorgen. Des Vaters. Der Familie. Es ist ihre und seine „Mission“. Zumindest aus ihrer Sicht. Denn Erhart taumelt zwischen der Gleichgültigkeit des Vaters, der Über-Inanspruchnahme der Mutter, seinen eigenen Träumen und der Sehnsucht seiner Tante, seiner Ziehmutter Ella nach Liebe.  Denn die kehrt nach all den Jahren in das Borkman-Haus zurück, um von John Gabriel zu erfahren, warum er sie damals verlassen hat, und um ihre letzten Lebensmonate mit Erhart zu verbringen. Dem einzigen Menschen, den sie noch zu lieben fähig ist. Sie will, dass er ihren Namen annimmt (damit auch den der Mutter) und ihr einziger Erbe wird.</p>
<p>Sie wird enttäuscht: Erhart verlässt seine Mutter, seinen Vater, auch sie selbst, denn er will das Glück. „Ob für kurz oder lang ist egal. Ich will nicht arbeiten, ich will leben! Ich bin jung!“ Zu jung, um sich einer Mission zu verschreiben, die nicht die eigene ist, sondern die der Mutter oder die der Tante. Denn auch darum geht es in Ibsens Stück: um das Phänomen, dass Menschen bereit sein können, alles für eine Mission aufzugeben, ihre Mission. Und so kommt es dann, dass manche Menschen vielleicht auch Liebe und Glück gegen Macht und Geld eintauschen. Weil sie hoffen, darin Erfüllung zu finden: als Bankdirektor, mit einem Wirtschaftsimperium.</p>
<p>Regisseur Urs Troller und Dramaturg Hans-Peter Frings stellen mit ihrer Inszenierung die These auf, dass es durch eben ein solches Verhalten zur Wirtschaftskrise kommen konnte. Und vielleicht stimmt das auch. Aber sie übersehen, dass Ibsen mit seinem Stück eigentlich etwas Anderes, Allgemeineres erzählt: Dass dem Menschen das Streben nach Selbstverwirklichung manchmal über alles geht. Jedenfalls über seine Familie, über die Menschen, die man liebt, und damit am Ende – unwissentlich – auch über sich selbst. Und genau das zeigen die Figuren John Gabriel, Gunhild, Ella und auch Erhart jede mit ihrer eigenen Geschichte. Und dabei kommen sie bis auf den titelgebenden Protagonisten auch ganz gut ohne Wirtschaft, Geld und Bank aus. Weil diese drei Dinge eben doch nicht Ursprung allen Übels sind. Vielleicht: leider. Denn dadurch wird es nicht leichter.</p>
<p>Aber wie es eben meistens ist: Ein Text ist oft klüger als der Autor, ein Stück manchmal klüger als die, die es in Szene setzen. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm. Und so inszeniert Urs Troller <em>John Gabriel Borkman</em> instinktiv so, wie es dem Stück am besten tut: in seiner ganzen Privatheit, mit dem Fokus auf die Familie, die einzelnen Chraktere. Er arbeitet ihre Psyche heraus, ihre Ängste, ihre Wünsche, ihren Antrieb. Er macht die Verlorenheit der Figuren für den Zuschauer so spürbar, dass es kaum zum Aushalten ist. Man beneidet die Spieler, die auf der Bühne Mäntel und Jacken tragen, wie zum Schutz gegen die Kälte um sie herum, in ihren Herzen. Man möchte auch zur Garderobe gehen und seinen Mantel holen, um eben diese Kälte nicht spüren zu müssen, wenn Ella John Gabriel vorwirft: &#8220;Du hast die Todsünde begangen. Du bist ein Mörder: Du hast die Liebe in mir getötet.&#8221;</p>
<p>Es sind Detlef Heintze und Elke Wieditz, die dem Stück seine Tiefe verleihen. Mit den kleinsten Gesten, den kleinsten Änderungen der Tonlage, nur einem Hauch, einem Vibrieren, machen sie die große Liebe spürbar, die da zerbrochen ist. Und das ganz ohne Kitsch, ganz ohne Abgeschmacktheit. Man glaubt ihnen diese verlorene Liebe nicht, man spürt sie. Und da verzeiht man den anderen Spielern, Petra Hartung oder Christian Ehrich, auch viel eher, dass sie ihre Rollen viel weniger ausfüllen, höchstens annehmen, und vielleicht nicht berühren, aber immerhin überzeugen: Man hält es aus. Denn dann kommt ja wieder die große Schlussszene, in der Ella und John Gabriel einander ganz kurz an den Händen halten, ganz kurz vereint sind, bevor er in einer letzten Wahnvorstellung von seinem Finanzimperium dahin scheidet. Allein. Und einsam. Wie eben alle Figuren in Ibsens Stück. Diese Szene gehörte zu den großen Momenten auf der Bühne des Weimarer Nationaltheaters. Und letztendlich sind es doch diese Momente, an die man sich erinnert, wenn in der Garderobe längst kein Mantel mehr hängt. </p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p>Alle weiteren Infos zum Stück und Theater unter <a href="http://www.nationaltheater-weimar.de">www.nationaltheater-weimar.de</a>. Nächste Termine: 01./11.04. und 15./30.05..</p>
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		<title>Ein Highlight in der Komischen Oper &#8211; Brechts Mahagonny</title>
		<link>http://keindrama.net/2010/03/07/ein-highlight-in-der-komischen-oper-brechts-mahagonny/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 13:39:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Brecht]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Aufstieg und der Fall der Stadt Mahagonny – ein Stück, dass seine Geschichte schon im Titel trägt. In Brechts Oper werden verschiedene Lebensmodelle, die in einer Stadt verwirklicht werden könnten (oder werden?), vorgeführt.
Mahagonny soll eine Alternative zu den großen Städten sein, zu all dem Rauch, dem Schmutz, der Arbeit. Mahagonny soll Vergnügen bieten, eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Aufstieg und der Fall der Stadt Mahagonny</strong> – ein Stück, dass seine Geschichte schon im Titel trägt. In Brechts Oper werden verschiedene Lebensmodelle, die in einer Stadt verwirklicht werden könnten (oder werden?), vorgeführt.</p>
<p>Mahagonny soll eine Alternative zu den großen Städten sein, zu all dem Rauch, dem Schmutz, der Arbeit. Mahagonny soll Vergnügen bieten, eine Paradiesstadt sein. Man will Ruhe und Eintracht: Es werden Whiskey, Mädchen und Boxkämpfe geboten, dafür wird bezahlt und man hält sich an Regeln. Man macht keinen Lärm. Man schont die Stühle. Aber dieses Konzept der Überregulierung scheitert: Langeweile kommt auf, und richtiges Glück stellt sich auch nicht ein. Aus dieser Situation führt Jim Mahoney, der in der Nacht, in der die Stadt von einem Hurrikan bedroht wird, die „Gesetze der Glückseligkeit“ findet; die bestehenden Regeln werden aufgehoben, der neue Leitsatz lautet: Du darfst! „Wir brauchen keinen Taifun!/ Denn was er an Schrecken tun kann/… das können wir selber tun!“ Aber auch dieser Versuch der extremen Deregulierung scheitert: Die Stadt endet im Chaos und in der Anarchie, Jim Mahoney wird hingerichtet, weil er kein Geld mehr hat. Fazit: Ein Leben in der Stadt scheint unmöglich, ebenso wie Liebe und Freundschaft in einer Welt, die vom Geld bestimmt wird.</p>
<p>Und dieses Stück kam nun in der <strong>Komischen Oper</strong> auf die Bühne, <strong>am 04.03.10</strong> leider zum letzten Mal in dieser Spielzeit.</p>
<p>Ein Brecht-Stück tatsächlich in einer Oper zu sehen, nicht mit Schauspielern, sondern mit Opernsängern wirkt anfangs etwas befremdlich.  Aber dann gewöhnt man sich schnell an die Dauer-Präsenz der Orchestermusik und an die (wirklich fast ausschließlich) gesungenen Texte. Im Prinzip würde auch keine Form besser passen zu dem von Brecht gewählten Stoff: Wirkliche Kommunikation gibt es in Mahagonny nicht. Die fast einzigen wirklichen Dialoge sind Verhandlungen. Ansonsten bleibt jeder mit sich allein, und wie könnte man das besser verdeutlichen als mit den Mitteln der Oper? Denn Gesang isoliert Figuren meistens voneinander, legt den Fokus aus den Einzelnen, nicht das Gemeinsame. Wichtige Ausnahme bildet hier natürlich jede Form des Chorgesangs. Und die Chöre, die Robert Heimann dem Publikum hier bietet, vor allem die Männerchöre, gehören zweifelsohne zu den Höhepunkten des Abends.</p>
<p>Ansonsten sind gesangliche Höhepunkte (wie oft in den Berliner Opern) an diesem Opern-Abend rar gesät. Aber die Sänger hätten auch heiser sein können oder alle Töne verfehlen – es hätte fast nichts ausgemacht. Denn diese Inszenierung von Brechts Oper durch Andreas Homoki ist eine so kluge, so wohldurchdachte, dass der Abend so oder so zum Fest wird. Bühnenbild, Kostüme, die Projektion von Brechts Regieanweisungen, Requisiten, die Spieler werden der Textvorlage so gerecht, dass es fast unheimlich ist. Auf jeden Fall: unheimlich gut. Besonders in der zweiten Mahagonny-Phase kann man sich kaum sattsehen an all der Völlerei und Wollust, den bonbonfarbenen Glitzer-Kleidern und Schimmer-Sakkos; selbst das wahrlich verbrauchte Bild des Geld-in-die-Luft-Werfens wirkt nicht verbraucht, sondern echt. Man sieht Stadtbewohnern dabei zu, wie sie in ihren Untergang gehen, und es schaudert einen. Jims Freund Jakob frisst sich zu Tode. Die projizierte Regieanweisung lautet: Er fällt tot um. Aber Jakob fällt nicht tot um: Er bricht in Lachen aus. Das ist das wahre Grauen.</p>
<p>Mit solchen klugen Regieeinfällen macht Andreas Homoki seine Inszenierung vom Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny zu einer herausragend gelungenen. Die einzige Frage, die man wohl stellen könnte, ist, warum sich Dramaturg Werner Hintze für die Textfassung von 1930 entschieden hat, obwohl Brecht später seine Oper (wie die meisten seiner Stücke) noch einmal überarbeitet und aktualisiert hat. In seiner Fassung von 1955 entfällt der starke Amerika-Bezug, was die Geschichte Mahagonnys übertragbarer und allgemeingültiger werden lässt, während auch etwas hinzu kommt: Hoffnung. Am Ende erkennt Jim Mahoney (der da allerdings Paul Ackermann heißt), dass das Glück, was er in Mahagonny gefunden hat, kein echtes Glück war. Denn Freiheit kann man nicht kaufen. Wo Erkenntnis möglich ist, da besteht Hoffnung. Eine Hoffnung, die in der Inszenierung der Komischen Oper fehlt. Aber das ist vielleicht gar nicht so schlimm – wo doch schon so viele andere Hoffnungen an diesem Abend erfüllt worden sind. Zum Beispiel die Hoffnung auf einen gelungenen Opernabend. Was zu hoffen bleibt – dass das Stück so bald wie möglich wieder in den Spielplan aufgenommen wird.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p><strong><em>Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny</em> in der Komischen Oper Berlin</strong> –<a href="http://www.komische-oper-berlin.de/spielplan/detailansicht.php?id_event_cluster=72424&amp;id_event_date=0&amp;id_language=1."> Infos und Video Hier.</a></p>
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		<title>Andorra im Berliner Ensemble</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 11:47:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lydia Dimitrow</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Ensemble]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 21. Februar 2010 postet keinHamlet das Zitat des Tages: „Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben“ (Max Frisch). Wie passend also, dass man am 23.02.10 dann bei der Inszenierung  von Frischs Andorra im Berliner Ensemble dabei sein konnte. Wer da aber Dabeisein mit Erleben verwechselt hat, waren wohl weniger die Zuschauer als vielmehr die Spieler. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 21. Februar 2010 postet keinHamlet das Zitat des Tages: „Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben“ (Max Frisch). Wie passend also, dass man am 23.02.10 dann bei der Inszenierung  von Frischs <em>Andorra</em> im Berliner Ensemble <em>dabei sein</em> konnte. Wer da aber Dabeisein mit Erleben verwechselt hat, waren wohl weniger die Zuschauer als vielmehr die Spieler. Leider. Raum für Erleben blieb jedenfalls auf keiner der beiden Seiten vom Bühnenrand.</p>
<p><em>Andorra</em> – altbekannter Stoff zumindest für Berliner Schüler. Es geht um einen Juden, der gar keiner ist, aber irgendwann anfängt, die ihm zugeschriebene Rolle anzunehmen; es geht um Wahrheit, Identität, Schuld; um ein schneeweißes Andorra, das sich von den „Schwarzen“ bedroht fühlt, aber letztendlich selbst seine weißen Mauern rot färbt.</p>
<p>Frisch dekliniert in diesem Stück seinen Leitsatz „Du sollst dir kein Bildnis machen“ bis zum (bitteren) Ende durch: In <em>Andorra</em> führt das Bildnis Machen zum Tod. Zu Tod, Zerstörung, Wahnsinn. Auf der Bühne des Berliner Ensembles führt es allerdings nur zu einer oberflächlichen und belanglosen Inszenierung. Denn den Satz „Du sollst dir kein Bildnis machen“ hat sich Spielleiter Claus Peymann ganz offensichtlich nicht zu Herzen genommen. Frischs deutliche Figurenzeichnung mutiert bei Peymanns Spielern zu holzschnittartiger Oberflächlichkeit.</p>
<p>Zum Glück trägt der Soldat (Georgios Tsivanoglou), der Barblin (Judith Strößenreuter) bedrängt und Andri (Thomas Niehaus) schikaniert, Springerstiefel und eine unvorteilhaft sitzende Camouflage-Hose, sonst hätte man ihn ja nicht als Soldat erkannt! Zum Glück ist er dick, ungehobelt und laut – und das in jeder Minute seines Auftritts. Sonst hätte sich ja fast eine Spannung, ein ambivalentes oder gar hin und her gerissenes Verhältnis zwischen ihm und Barblin entwickeln können! Sonst hätte der Zuschauer ja fast einen Moment die scharfe Trennlinie zwischen Gut und Böse aus den Augen verlieren können… So ein Glück auch, dass Barblin am Ende mit kurz geschorenem Haar in Erscheinung tritt – eben so, wie es sich für eine Judenhure und eine, die wahnsinnig geworden ist, gehört.</p>
<p>Peymanns Inszenierung lässt keinen Raum für Nuancen, und damit ebenso wenig für Authentizität. Die Schuld, die Andris Vater (Norbert Stöss) anfängt zu spüren und die ihn schließlich in den Selbstmord treiben wird, wird behauptet, nicht gezeigt. Andris Mutter, die Senora (Ursula Höpfner-Tabori) bleibt farblos, nichtssagend, unnötig. Die scheinbaren Geständnisse der Andorraner , die in Wirklichkeit Versuche sind, die Schuld von sich zu weisen, werden so plakativ inszeniert, dass da nichts bleibt von dem aufrichtigen, verzweifelten Versuch oder auch dem eiskalt kalkulierten Ergreifen der Möglichkeit, sich selbst freizusprechen, nichts von dem Schwanken zwischen Schuldeingeständnis und Sich-selbst-Belügen.</p>
<p>Im Grunde hat Peymann natürlich Recht: Der Verrat, die Schuld sind groß, nicht klein, nur schade, dass sie eben auch so groß dargestellt werden, und nicht auch in ihrer Ambivalenz, in ihren kleinen Zeichen. Das Urteilen wird dem Zuschauer nicht schwer gemacht, aber genau das ist es im wirklichen Leben. Genau das ist es auch in Frischs Textvorlage. Aber im Berliner Ensemble macht sich der Zuschauer ein Bildnis. Und wird dem Stück damit am allerwenigsten gerecht.</p>
<p>Trotz allem – dank der ausgezeichneten Textvorlage und dem bemühten Spiel von Thomas Niehaus und Judith Strößenreuter geht der Zuschauer dann eben doch berührt aus dem Theatersaal. Es bleibt eben dabei: Unrecht und Leid lassen nicht kalt. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass nicht zu viele Berliner Schüler in diese Inszenierung geschickt werden – sie könnten am Ende denken, dass eben doch alles so einfach ist, wie die Andorraner vorgeben.</p>
<p>Lydia Dimitrow</p>
<p><a href="http://www.berliner-ensemble.de/repertoire.php?c=1"><em>Andorra</em> im Berliner Ensemble &#8211; zunächst zu sehen am 16.03.2010</a></p>
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		<title>Kabarett &#8211; Andreas Rebers</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 11:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>keinHamlet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Rebers]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Wühlmäuse]]></category>

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		<description><![CDATA[Montag Abend, 19:30Uhr. In guter Begleitung betrete ich den „Theo“ und gehe in Richtung „Berliner Kabarett Theater“, die Spielstätte der „Wühlmäuse“.

Die Karten haben wir kurz vorher erworben, 50% günstiger, da wir „Hecktickets“ genutzt haben. Empfehlenswert für kurz Entschlossene. Wir waren so spontan und erfüllten mir den Wunsch nach Kultur. „Klassisches“ Theater war am Montag nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Montag Abend, 19:30Uhr.</em> In guter Begleitung betrete ich den „Theo“ und gehe in Richtung „Berliner Kabarett Theater“, die Spielstätte der „Wühlmäuse“.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="aligncenter" title="Wühlmäuse am Theo" src="http://keindrama.net/wp-content/uploads/Kabarett%20Berlin.JPG" alt="" width="500" height="131" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Karten haben wir kurz vorher erworben, 50% günstiger, da wir <a href="http://www.hekticket.de/hekticket/.bin/index.cgi">„Hecktickets“</a> genutzt haben. Empfehlenswert für kurz Entschlossene. Wir waren so spontan und erfüllten mir den Wunsch nach Kultur. „Klassisches“ Theater war am Montag nicht viel auf dem Programm, aber dank <a href="http://www.tip-berlin.de/">„tip“</a> wurden wir auf Kabarett aufmerksam.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>20Uhr &#8211; Soloprogramm von <a href="http://www.andreasrebers.de/">Andreas Rebers</a> – „Auf der Flucht“.</strong><br />
Das kleine Theater fast voll, das Publikum gemischt, aber eben Publikum, dem ich Kabarett zuordnen würde. Vielleicht ein Klischee, war ich doch selbst noch nicht Besucher einer solchen Veranstaltung.<br />
Rebers betritt die Bühne, die außer einer Lichteinstellung, 2 Mikrophonen, einem Keyboard und einem Akkordion leer ist. Er beginnt mit einem Seufzen und einem Lied. Ich denke sofort an Ludwig Plath und dieser Abend scheint viel versprechend. Witz und Ironie, beißender Spott in viele kleine Geschichten, egal was auf der Bühne passiert, Rebers fesselt und begeistert.</p>
<p style="text-align: justify;">Geistreich und teilweise „grenzwertig“ spielt unser Protagonist den Diktator, den Fanatiker von gesellschaftlich kritisch über revolutionär bis hin gespotteten Lobeshymnen über die Kanzlerin als Gipfelstürmer. Alltags- „nah“, politisch, verkörpert er, das was keiner mag, oder auszusprechen wagt. Da ist das Lachen befreiend und ich komme ins grübeln. Er buhlt um das Publikum, bricht Tabus und trifft dabei gezielt: das Lachzentrum. So meine Wahrnehmung.<br />
Inhaltlich habe ich zwei schöne Hörproben gefunden:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.br-online.de/bayern2/kulturwelt/andreas-rebers-auf-der-flucht-musik-kabarett-ID1205075090266.xml">Hörprobe 1</a> (BR 2 &#8211; 3.29min // mit Kommentar)<br />
<a href="http://oe1.orf.at/konsole/oton?id=129142">Hörprobe 2</a> (ORF &#8211; 1.47min)</p>
<p style="text-align: justify;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="502" height="392" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/0UWjOR2AI2o&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="502" height="392" src="http://www.youtube.com/v/0UWjOR2AI2o&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit:</strong> Es war ein genialer Abend. Zwei Stunden und ich habe selten so viel gelacht. Auch meine Begleitung war zu Tränen genötigt.</p>
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		<title>TaGGS &#8211; „Mein Kampf“ von Tabori</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 06:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frieder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[TaGGS]]></category>

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		<description><![CDATA[TaGGS - „Mein Kampf“ von Tabori 

-Ein Auszug-

Eine vortreffliche Bühne haben sie aufgebaut. Das Wiener Männerheim direkt nach Schwerin gebracht. Ihre Bühnengestaltung macht so mancher Inszenierung vom Staatstheater Konkurrenz. 
Ein großes Baugerüst stellt die Treppe dar, welche von der Metzgerei herunter führt. Ein paar Betten sind auf den Stufen zur linken positioniert.  Andere sind auf Erhöhungen bei der „Treppe“ zu sehen. Im Hintergrund, gut versteckt, liegt eine große Matte, welche wilde Sprünge von der „Metzgerei“ ermöglichen und den Atem stocken lassen. Die Kämpfe, Jagten und Schlachten nehmen die ganze Bühne ein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Auftritt ist schon lange vorbei, doch die Rezension kam nicht. Nein, dass Problem war nicht, dass ich sie nicht schrieb, es war nur, dass mir das geschriebene bis heute nicht gefällt. Ich hatte immer irgendwie die Sorge Euch zu beleidigen, oder sonst was falsch zu machen. Dann dachte ich an die Worte: &#8220;Sei beim Schreiben ehrlich und umbarmherzig&#8221; (von Cameron Crowe, in seinem Film &#8220;Almoust Famous&#8221;) und ließ es doch wieder sein, da ich dachte: Das bin ICH doch niemals. Doch jetzt stelle ich meine Rezension online und hoffe auf Meinungen.</p>
<p><strong>Anmerkung von Hamlet: </strong>Lieber Frieder, dein Artikel hab ich mal drübergelesen, jetzt ist er online. Keine Angst haben, hier beißt keiner und alle freue sich das aus dem Publikum auch mal was schriftliches kommt. Das wünscht sich doch eigentlich jede Theatergruppe. Feedback. Was kommt an, was nicht.</p>
<p><span id="more-183"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong>TaGGS &#8211; „Mein Kampf“ von Tabori </strong></em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Wir haben heraus gefunden wo wir Nazi sind – Alltagsnazis. Zum Beispiel wann wir über den Dönermann lästern.“, sagte Schauspieler Hannes Wolf, „Und das wir Gutmensch sein wollen – Wie Schlomo“.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das TaGGS führte das Stück auf: „Immer spielt ihr und scherzt! Kampf in 5 Runden“, auch bekannt unter „Mein Kampf“, ein fiktive Geschichte im Männerheim Wien, von Tabori.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Fünf Jungen teilten sich jeweils die Rolle Schlomos, dem Juden, und die des Hitlers. Vielseitig sind die Rollen besetzt. Jeder der Schauspieler interpretiert Schlomo anders, sieht einen Anderen in dem Charakter. Fünfmal ist Hitler auf der Bühne und fünfmal tritt er anders auf. Nur eines haben alle gemeinsam – eindrucksvolle Mimik. Nie kann der Zuschauer müde werden, jeden Schauspieler zu betrachten. Das aus der Not geborene Splitten der Rolle, wurde zu einem gelungen Kunstgriff, welcher aber den Blick vom agierenden Schauspieler weg lenkt. Das Auge müsste alles Beobachten können, es müsste sich splitten können, so wie Schlomo und Hitler auf viele Schauspieler geteilt wurden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gott, so wie sich Lobkowitz sieht, schreitet über die Bühne. Zeigt seine Präsens und zieht sich schließlich auf den Thron zurück. Doch er ist Beobachter, vom Kampf zwischen Schlomo Judentum, und Hitler dem Faschismus. Der Kampf wird ohne ihn, ohne Gott, ausgetragen. Er thront über dem Geschehen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gretchen, eine Freundin von Schlomo, tritt ins geschehen. Sie muss sich entscheiden, zwischen Schlomo und Hitler. Will sie Schlomo, den Juden, oder Hitler, den Künstler?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Doch noch erwähnte ich nicht alle die auf die Bühne kommen. Die Macht wird neu verteilt, als Fräulein Tod und Frau Tod ins Geschehen eingreifen. Beide Seiten haben eine Chance, aber wer weiß sie zu nutzen?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und schon naht die letzte Runde. Auf wessen Seite wird Frau Tod stehen?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Eine vortreffliche Bühne haben sie aufgebaut. Das Wiener Männerheim direkt nach Schwerin gebracht. Ihre Bühnengestaltung macht so mancher Inszenierung vom Staatstheater Konkurrenz.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein großes Baugerüst stellt die Treppe dar, welche von der Metzgerei herunter führt. Ein paar Betten sind auf den Stufen zur linken positioniert.  Andere sind auf Erhöhungen bei der „Treppe“ zu sehen. Im Hintergrund, gut versteckt, liegt eine große Matte, welche wilde Sprünge von der „Metzgerei“ ermöglichen und den Atem stocken lassen. Die Kämpfe, Jagten und Schlachten nehmen die ganze Bühne ein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Stück „Mein Kampf“ von Tabori ist ein Stück über das Böse und Gute – Hitler und Schlomo. Dabei wird Hitler nicht als blutrünstiges Monster dargestellt, sondern als kalt und hilflos. Ein missverstandener Künstler, abgelehnt von der Kunstakademie, sucht er Hilfe bei Schlomo, bei dem Guten. So wie es die Natur des Guten ist, hilft sie dem Bösen.  Es ist eine Farce über Liebe, fehlende Gerechtigkeit und Leidenschaft.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Tabori ist gebürtiger, jüdischer Ungare. In seinem Leben ließ er Hollywood auch nicht aus, doch ist in seinen späten Werken ist keine Schädigung durch diese Filmproduktionsstätte zu bemerken. Seine letzten Jahre verbrachte er in Deutschland, welche zu den wichtigsten seines Lebens zählen und ihn zum größten Vertreter der Schauspielkunst machen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sein Werk „Mein Kampf“ ist provokative. Auch die TaGGS schreckte davor nicht zurück  den Hitlergruß und Hakenkreuze auf die Bühne zu bringen. Sie spielten ein Stück mit Gesellschaftskritik und rückten dies aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Diese Vorgänge, so ein Schauspieler, seien überall zu beobachten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein Schauspieler übertrifft den Anderen und dennoch gehen einige Schauspieler in der Masse unter. Nur wenige Schauspieler bleiben in Erinnerung des Zuschauers. Die Rollen aufzuteilen war zum einen ein Kunstgriff, zum anderen ein aus der Not geborene Notwendigkeit, alle Schauspieler unter zu bekommen. So bringt es nicht nur Vorteile mit sich.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Wir haben keine strenge Regie. Wir werden geleitet und lassen uns treiben. Jeder lernt von dem Anderen und jeder erweitert sein Bewusstsein“, so die TaGGS.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
]]></content:encoded>
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		<title>Filmkunstfest &#8211; Ein Augenblick Freiheit</title>
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		<pubDate>Fri, 08 May 2009 12:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frieder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Filmkunstfest]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen habe ich die Kritik überarbeitet und den &#8220;edit&#8221; Button gesucht.

Filmkunstfest &#8211; Ein Augenblick Freiheit
„Andere Menschen würden ihr Leben dafür geben unsere Freiheit zu erfahren.“, so Regisseur Arash Riahi. Er zeigt dies mit seinem Film „Ein Augenblick Freiheit“ deutlich.

Kälte setzt den Flüchtlingen zu beim Passieren des Bergpfades. Verzweiflung packt sie am Morgen: Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Vor einigen Tagen habe ich die Kritik überarbeitet und den &#8220;edit&#8221; Button gesucht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Filmkunstfest &#8211; Ein Augenblick Freiheit</span></strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Andere Menschen würden ihr Leben dafür geben unsere Freiheit zu erfahren.“, so Regisseur Arash Riahi. Er zeigt dies mit seinem Film „Ein Augenblick Freiheit“ deutlich.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Kälte setzt den Flüchtlingen zu beim Passieren des Bergpfades. Verzweiflung packt sie am Morgen: Der kleine Junge ist starr&#8230;, die Kälte unerträglich.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Drei Flüchtlingsgruppen fliehen aus dem Iran, über die Türkei, mit dem Ziel Europa zu erreichen – die Freiheit zu erlangen. Die erste Gruppe bilden zwei jugendliche Freunde, die die kleinen Geschwister des einen Jugendlichen nach Österreich zu ihren Eltern bringen wollen. Ein Ehepaar mit seinem Sohn bildet die zweite Gruppe, und die letzte ergibt sich auf einer Notlage, nämlich der, dass die Herberge in Ankara ausgelastet ist. Es handelt sich um ein älteren und einen jungen Mann, welche nicht nur die Flucht vereint, sondern auch die Herkunft aus dem kurdischen Teil des Irans.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Flucht ist hart und zwischen den Fliehenden und der Freiheit stehen nicht nur Berge und Einreiseerlaubnis, sondern auch Korruption. Der Film scheint Kritik an der Führung der Länder zu sein, doch das weist Arash Riahi zurück.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Film weist Analogien mit den Mitwirkenden auf und zeigt diese in eindrucksvollen Bildern. Arash T. Riahi ist österreichischer Filmregisseur und er erzählt im Film ein Stück der eigenen Geschichte. Denn auch er floh als Kind mit seinen Eltern nach Österreich, über die Türkei, aus dem Iran. Er drehte den Film, damit wir Europäer verstehen, dass wir jedem Flüchtling das Recht geben müssen, die Freiheit, die wir besitzen, suchen zu dürfen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Navid Akhavan<span style="color: #000000;">, der im Film einen der Jugendlichen spielt, floh im Alter von vier Jahren aus dem Iran. Auf dem 19. Schweriner Filmkunstfest erzählte Navid Akhavan, dass die Dreharbeiten, nah der Grenze zu seiner Heimat, ihm seine Vergangenheit nochmal nahe gebracht haben, was seine Eltern leisten mussten, damit er eine bessere Zukunft hat – was sie leisteten für seine Freiheit. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #000000;">Eifersucht, Angst und Freude werden transportiert durch eine beeindruckende Mimik der Schauspieler. Die Gefühle der Flüchtlinge verließen sozusagen die Leinwand und erreichen die Zuschauer. Der Drang nach Freiheit „treibt“ den Film voran. In quasi jeder Szene setzen die Schauspieler ihr Talent sein, um Hoffnungen und Wünsche der Protagonisten zum Ausdruck zu bringen. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #000000;">Doch warum wollen sie fliehen? Was ist der Beweggrund eines jeden Einzelnen? Der Film zeigt zwar in groben, was die Charaktere aus dem Iran vertrieb, ihre Motivation hingegen ist oft allgemein gehalten: Freiheit und Hoffnung. Nur bei den Jugendlichen erfahren wir, in einem Nebensatz, mehr über ihre Fluchtgründe. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #000000;">Der Film findet in Deutschland keinen Verleih und wird dadurch im Kino nicht gespielt, nur auf Filmkunstfesten. Natürlich wird die österreichische, französische Produktion in ihren Heimatländern gezeigt. Eine Reise würde sich lohnen! </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em><strong><br />
</strong></em></p>
<p style="margin-right: 9.32cm; margin-bottom: 0cm;"><em><strong><br />
</strong></em></p>
]]></content:encoded>
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